Bücherschau

Williams, John - Nichts als die Nacht

Gelesen von Alexander Fehling

John Williams wurde ach seinem Tod mit dem Roman „Stoner“ zum Kultautor. Doch auch seine anderen Romane sind außergewöhnlich. Dies ist sein erster Roman.
Ihn ihm begleitet man Arthur Maxley durch einen einzigen Tag seines traurigen Lebens. Verwöhnt, Muttersöhnchen, Dandy, Alkoholiker, ausschweifend, von den Schecks des Vaters lebend und zutiefst lethargisch. Und lethargisch gleiten auch die Stunden und Minuten dieses Tages am Leser vorbei. Selbstmitleid ist die Melodie dieses Buches. Unzufriedenheit sein Rhythmus. Die Begegnungen des Tages gipfeln in einem gemeinsamen Essen mit dem Vater, der seinem Sohn wohlgesonnen und -wollend gegenübersitzt. Finanzielle Unterstützung gerne. Der Rest: Undenkbar. Als er später an diesem Tag einer jungen Frau begegnet, befreit sich der innere Tornado der verwirrten Gefühle und verschafft sich Raum. Ein Finale das man nicht kommen sieht. Am Ende des Tages blutet nicht nur das Herz des Hörers.
Alexander Fehling gibt der Sehnsucht nach dem Zustand der Unschuld eine Stimme, die noch lange im Hörer nachhallt.
Franz Greger

Williams, John - Nichts als die Nacht
Gelesen von Alexander Fehling. München: der Hörverlag 2017. 3 CDs. 244 Min. € 21,30
ISBN 978-3-8445-2726-1

 

© ÖGB-Verlag | Mit freundlicher Unterstützung vom Bundeskanzleramt Österreich / Kultur