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Bücherschau

Laudage, Christiane - Das Geschäft mit der Sünde

Ablass und Ablasswesen im Mittelalter

Diese wissenschaftliche Abhandlung (der Anmerkungsapparat umfasst 80 Seiten) über den Ablass, das heißt, den Nachlass zeitlicher Sündenstrafen, ist zweifellos verdienstvoll, sie wird aber wohl über den Kreis von Experten (Theologen, Kirchenhistoriker) kaum auf Interesse stoßen. Die Autorin hat eine riesige Stofffülle zusammen getragen und übersichtlich gebündelt.
Das Ablasswesen spielt heute in der katholischen Kirche kaum noch eine Rolle, im Spätmittelalter war sie allgegenwärtig. Die Menschen wollten sich das Jenseits erkaufen. Obwohl nach kirchlicher Lehre die Gewährung eines Ablasses Buße und reumütiges Verhalten voraussetzten, entwickelte sich im Laufe der Zeit eine regelrechte Börse der Sündenvergebung, ein Missstand, der immer weitere Kreise zog.
Diese Merkantilisierung der römisch-katholischen Religion wurde von manchen Päpsten missbilligt, von anderen als Einnahmequelle geschätzt.
Der Ablasshandel erreichte zur Zeit Martin Luthers zu Beginn des 16. Jahrhunderts seinen Höhepunkt. Der wortgewaltige Mönch von Wittenberg stellte ihn öffentlich an den Pranger. Das gab den Anstoß zur Reformation, die letztendlich zur Kirchenspaltung führte.
Friedrich Weissensteiner

Laudage, Christiane - Das Geschäft mit der Sünde
Ablass und Ablasswesen im Mittelalter.
Freiburg: Herder 2016.
352 S. : zahlr. Ill. - fest geb. : € 25,70 (GE)
ISBN 978-3-451-31598-5

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