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Bücherschau

Wulf, Andrea - Alexander von Humboldt

Auf den Spuren des bedeutenden Wissenschaftlers

Alexander von Humboldt (1769-1859) und sein älterer Bruder Wilhelm (1767-1835) waren zwei leuchtende Sterne am deutschen Wissenschafts- und Kulturhimmel. Während Wilhelm, der sich der Sprachforschung und der Politik widmete, noch in Erinnerung ist, ist der Naturforscher und Entdeckungsreisende Alexander heute weitgehend vergessen. Zu Lebzeiten war Alexander allerdings berühmter als sein Bruder.
Seine Fachkollegen (und nicht nur sie) brachten dem hoch gebildeten, liberalen preußischen Adeligen größte Wertschätzung entgegen, einige seiner Bücher waren Bestseller. Sein fünfbändiges Alterswerk, das unter dem Titel „Kosmos“ erschien, galt neben der Bibel als das meist gelesene Buch in Deutschland. Es ist eine Universalgeschichte der Natur, in der der unermüdliche Forscher „alles Sichtbare von der Geographie der Moose bis zu den Nebelsternen“ in einer grandiosen Zusammenschau zur Darstellung brachte. Humboldt sah die Natur als lebendigen Organismus, in dem alles einander bedingt und zusammenhängt.
Alexander von Humboldt war kein weltfremder Einzelgänger. Er hielt persönlich und in einer umfangreichen Korrespondenz Kontakt mit zahlreichen berühmten Zeitgenossen. Mit Thomas Jefferson, dem Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, erörterte er die Sklavenfrage, Goethe schätzte ihn hoch. Der rastlose Forscher soll den Dichterfürsten sogar zum „Faust“ inspiriert haben. Humboldt erkannte auf seinen zahlreichen Forschungsreisen, die er minutiös beschrieb, die zerstörerische Kraft des Menschen und warnte eindringlich vor ihren Folgen. Er war gewissermaßen der erste Umweltschützer. Auf seiner Reise durch Südamerika bestieg er mit seinem Gefolge den Chimborasso (6267 m!), einen erloschenen Vulkan südlich von Quito im heutigen Ecuador, und unterzog die spanische Kolonialpolitik einer heftigen Kritik. Seine zweite große Weltreise führte ihn durch Russland bis in die Mongolei.
Die Autorin ist im buchstäblichen Sinn des Wortes auf den Spuren des bedeutenden Wissenschaftlers gewandelt und hat in jahrelanger Arbeit eine umfassende, hervorragende Biographie geschrieben, für die sie zahlreiche Preise erhielt und von den angesehensten Magazinen in der angloamerikanischen Welt in höchsten Tönen gelobt wurde. Mit einem Wort: Ein großartiges Buch.
Friedrich Weissensteiner

Wulf, Andrea - Alexander von Humboldt
und die Erfindung der Natur.
München: Bertelsmann 2016.
555 S. : zahlr. Ill. (farb.): - fest geb. : € 25,70 (BI)
ISBN 978-3-570-10206-0

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