Bücherschau

Bauer, Hermann - Lenauwahn

Ein Wiener Kaffeehauskrimi

Chefober Leopold beobachtet auf dem U-Bahnsteig, wie ein Jugendlicher einer älteren Dame das Handy aus der offenen Handtasche stiehlt. Beherzt verfolgt er den Dieb, stellt ihn und nimmt ihm das gestohlene Handy wieder ab.Die nette Dame bedankt sich, Chefober Leopold lädt sie zu einer Stärkung ins Café Heller ein. So beginnt für Chefober Leopold eine enge Liebesbeziehung, aus deren Klauen er nicht entrinnen kann und mag. Doch auch seine kriminalistische Spürnase hat viel zu tun!

Nach dem Begräbnis eines pensionierten Gymnasiallehrers ereignen sich auf dem Jedleseer Friedhof merkwürdige Dinge. Ein Schüler, zu einer Mutprobe gezwungen, wird niedergeschlagen. Aus dem Sarg des eben Begrabenen verschwindet der Totenanzug. Stefan, der Neffe des bestohlenen Toten, ist plötzlich unauffindbar. Seine Mutter bittet Leopold, den Sohn wieder zu finden. Dieser stößt auf die Absolventenvereinigung „Lenaubrüder“, die einiges zu verbergen hat. Am Allerseelentag soll im Café Heller ein Kulturgenuss stattfinden. Die Gruppe „Goldener Wienerschmerz“ soll wienerische Lieder zum Tod darbieten, die Sopranistin Klothilde Gattermann soll, begleitet vom Pianisten Gottfried Eichinger, Lieder aus einem Schubert-Zyklus zum Besten geben. Doch die Sopranistin, die hysterisch einen Proberaum sucht, ist verzweifelt, denn kurz vor dem Auftritt ist der Pianist verschwunden. Wenig später wird er ermordet vor dem Jedleseer Friedhof aufgefunden. Chefober Leopold, im Liebestaumel, hat alle Hände voll zu tun, um in diesen Fall Klarheit zu schaffen.

Auch der sechste Wiener Kaffeehauskrimi mit Chefober Leopold besticht mit Überraschung, Charme und Rasanz. Eine spannende Mischung aus Literaturbewältigung und seltsamer Gruppenhörigkeit. Unbedingt lesenswert!

Peter Lauda

Bauer, Hermann - Lenauwahn. Ein Wiener Kaffeehauskrimi. Meßkirch: Gmeiner 2013. 307 S. - kt. : € 12,40 (DR). ISBN 978-3-8392-1414-5

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