Bücherschau

Ballhausen, Thomas - Lob der Brandstifterin

Eine Erzählung

Thomas Ballhausens Erzählung „Lob der Brandstifterin“ besteht aus drei Kapiteln und ist wesentlich durch die Zusammenarbeit mit dem Künstler Jack Hauser, dessen Bilder das Nachwort bilden, beeinflusst worden. Eine hübsche Frau steht im Mittelpunkt der Erzählung, hübsch und geheimnisvoll, verführerisch und bedrohlich, denn ihre Berührungen führen zu Feuer und enden als Asche. Dennoch steht der männliche Protagonist im Bann dieser Frau, die auch als eine Art „Feuer-Calypso“ gesehen werden kann. In Büchern einer Bibliothek hinterlassen die beiden Nachrichten für den jeweils anderen. Er folgt ihr, trägt Masken und versucht sich immer wieder ihrem Bann zu entziehen, doch das Spiel holt ihm immer wieder ein.

Ballhausen ist bekannt für eine reflektierte und reflektierende Prosa. Seine Erzählungen versuchen oftmals Bilder, Botschaften, Philosophien und das Thema Liebe zu vermengen bzw. aus verschiedensten Blickwinkeln darzustellen.„Es ist Teil der grundsätzlichen Kränkung, in dem uns umgebenden Schrecken zu leben, in ihn einzutauchen, ihn zu atmen und sich mit ihm dauerhaft und unwiderruflich zu verbinden“ (S. 42) schreibt der Autor im Finale seiner Erzählung und hier offenbart sich bereits ein teils realistischer lebensbedrohender Schrecken und eine Art metaphysischer Schrecken. Am Ende ist aber dann doch wieder alles etwas anders, um dies herauszufinden, müssen Sie jedoch das Büchlein selber lesen.

Rudolf Kraus

Ballhausen, Thomas:Lob der Brandstifterin. Erzählung. Nachw. von Jack Hauser. Wien: Edition Atelier 2013. 60 S. - kt. : € 7,95 (DR). ISBN 978-3-902498-79-3

© ÖGB-Verlag | Mit freundlicher Unterstützung vom Bundeskanzleramt Österreich / Kultur