Bücherschau

Altmann, Franz Friedrich - Turrinis Jagd

Kriminalroman

Die Bankenkrise macht auch vor dem Mühlviertel nicht Halt: Ein Bagger fährt in eine Bank, der Filialleiter kommt dabei ums Leben, ein zweiter Angestellter wird angeschossen. Und das alles zur Zeit von Erntedankfest und Weltspartag. Keine ruhige Minute also für die resche Lokalreporterin Gudrun Wurm und ihrem unerschrockenen Hund Turrini, die in Altmanns mittlerweile vierten Turrini-Krimi gewohnt bodenständig in die Ermittlungen eingreifen.

Wie schon in seinen vorhergehenden Krimis zeichnet der Autor ein liebevoll-komisches Bild des Mühlviertels und seiner Bewohner und obendrein gibt es eine Schulung in Sachen Dialekt, wobei vor allem die Schimpfwörter ausführlich behandelt werden. In dementsprechend deftigen Ausdrücken bringt der Autor seine sozialkritischen Ansichten gut verpackt in diese doch recht einfache Geschichte ein. Altmann vergisst auch nicht, den Wert des Tarockspiels und des gepflegten Bierkonsums in den Provinz-Krimi einfließen zu lassen.

Die Stärke des Romans ist vor allem die Beschreibung des ländlichen Milieus. Wer nicht davor zurückschreckt, etwas über die diversen „Kraftausdrücke“ zu lernen, darf sich an der Einleitung zu jedem neuen Kapitel erfreuen. Denn jedes beginnt mit einem Wort, das kaum ins Hochdeutsche zu übersetzen ist und gleichzeitig als Einleitung dient. Doch dann geht es zügig mit der Mordaufklärung weiter. Insgesamt gesehen wird man bestens unterhalten. Für alle Krimi-Leser, die es gern deftig mögen, können sich an einer genialen Mischung aus urkomischem Provinzkrimi und skurrilem Heimatroman erfreuen. Bei Bedarf zu empfehlen.

Maria Lehner

Altmann, Franz Friedrich - Turrinis Jagd. Kriminalroman. Innsbruck: Haymon 2013. 239 S. - fest geb. : € 19,90 (DR). ISBN 978-3-7099-7044-7

 

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