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Bücherei.at

Zielgruppe Jugendliche

Wie positionieren sich Bibliotheken im Zusammenhang mit der vorwissenschaftlichen Arbeit? Von Werner Schöggl

Die neu eingeführte Abschlussarbeit für Maturantinnen und Maturanten bietet den öffentlichen Büchereien die Möglichkeit, sich als unverzichtbare Institution für Jugendliche zu präsentieren. Im Folgenden Tipps für alle Bibliothekstypen.
Ab diesem Schuljahr werden von den Absolvent/innen der allgemein bildenden höheren Schulen pro Jahr mehr als 20.000 so genannte vorwissenschaftliche Arbeiten zu den vielfältigsten Themen als Abschlussarbeiten verfasst. Diese Prüfungsarbeiten mit einer Länge zwischen 20 und 30 Seiten werden auf eine Datenbank hochgeladen und sodann auf Plagiate überprüft. Nach der Beschreibung/Korrektur durch den Betreuer/die Betreuerin ist die Arbeit vor einer Kommission (Prüfer, Direktor, Klassenvorstand, Vorsitz) zu präsentieren und zu diskutieren.
Schon in der 7. Klasse müssen sich die Jugendlichen für ein für sie attraktives Thema entscheiden, einen Lehrer/eine Lehrerin der Schule als Betreuung dafür suchen und Literatur, Leitfragen, Arbeitsmethode und ungefähre Gliederung angeben. Sobald diese Einreichung vom/von der Landesschulinspektor/in genehmigt ist (Ende April), kann der Kandidat/die Kandidatin mit dem Verfassen der Arbeit beginnen. Bereits bei der Einreichung der Themenstellung ist erste grundlegende Literatur anzugeben (3 bis 5 Bücher, Internetseiten …), und für die Endfassung ist ein Literaturverzeichnis verpflichtend.
Büchereien und Bibliotheken sind gut beraten, wenn sie den Schülerinnen und Schülern eine breite Palette an Ressourcen zur Verfügung stellen können, die einerseits deren Interessen, deren Lesekompetenz und deren bevorzugtem Medientyp entsprechen und die andererseits den Anforderungen genügen, wie sie für das Verfassen einer vorwissenschaftlichen Arbeit gelten (Details unter www.ahs-vwa.at).
Wir können davon ausgehen, dass zumeist Film und Internet den Ausgang für eine Befassung mit dem Thema bilden, für die gründliche Bearbeitung eines Teilaspekts, wie das die VwA bedingt, ist allerdings die Auseinandersetzung mit gedruckten oder digitalen Langtexten – und damit die Nutzung von Bibliotheken – unerlässlich.
Aber es ist auch der umgekehrte Zugang denkbar: ein Schüler/eine Schülerin sieht ein Buch und wird vom Thema so sehr gefesselt, dass er/sie dran bleibt und weitere Texte dazu sucht.
Diese Überlegungen legen nahe:
1.    Nur ein konzertiertes Angebot von Schulbibliotheken, öffentlichen Büchereien und wissenschaftlichen Bibliotheken kann diesen Erfordernissen einer Vielzahl von thematisch und qualitativ unterschiedlichsten Ressourcen gerecht werden.
2.    Jeder Bibliothekstyp – auch eine kleine Bücherei – kann sich mit einem konkreten Angebot als VwA-Bibliothek präsentieren.
In kleineren Büchereien umfassen die Tätigkeiten Sichtung des eigenen Bestands auf relevante Medien und in der Folge Ankauf von ergänzenden Werken, Beratung bei der Literatursuche inklusive Verweis auf andere Büchereien und Bibliotheken und Bekanntmachen der Serviceleistungen. Bei größeren Bibliotheken ist der Bestandsaufbau besonders bedeutsam und es kommen Workshops und Bibliotheksführungen hinzu.
Thematisch lässt sich ein VwA-Bestand untergliedern in
1.    Literatur zum wissenschaftlichen Arbeiten allgemein (Verfassen von Texten, wissenschaftliche Methoden …)
2.    Ansprechende Sachbücher zu unterschiedlichen Themenbereichen
3.    Fachliteratur, in denen Teilaspekte behandelt werden
Punkt 1 ist schnell abgehandelt, bietet sich hier doch eine recht überschaubare Anzahl von Titeln an, die sich für das vorwissenschaftliche Schreiben, wissenschaftliche Methoden sowie das Präsentieren eignen. Beispiele lassen sich mit Suchbegriffen wie wissenschaftliches Arbeiten, wissenschaftliche Arbeitsweisen, vorwissenschaftlich, Fragebogen, Interview in den diversen Datenbanken finden.
Das Thema Sachbuch erfordert eine genauere Betrachtung. Sind populärwissenschaftliche Bücher relevant? Wie „wissenschaftlich“ müssen diese sein? Wie spezifisch haben sie zu sein?
In Zusammenhang mit der VwA dienen Sachbücher einerseits dazu, um Interesse an einem Thema zu wecken und andererseits, um Grundlagen für die Auseinandersetzung für das bereits gewählte Thema zu liefern. Da im zweiten Fall die Aussagen im Buch auch zitierbar sein sollen, ist es günstig Medien mit einem Literaturverzeichnis zu wählen, da sich der Autor dann auf in anderen Werken bereits vorhandenes Wissen stützt und nicht einfach „seine/ihre“ Meinungen und Gedanken darbietet.
Buchpräsentationen in Bibliotheken zu einem oder zu verschiedenen aktuellen Themen veranschaulichen den Schüler/innen die Bandbreite an Publikationen. Bei (Beratungs)gesprächen kann auf die unterschiedliche Qualität, auf das unterschiedliche Zielpublikum hingewiesen werden, sodass die Jugendlichen ein Gefühl dafür bekommen, welche Art von Publikation für die vorwissenschaftliche Arbeit besonders geeignet ist.
Sobald die Schüler/innen nach Literatur zu ihrem einmal gewählten Thema suchen, sollte anspruchsvollere Fachliteratur empfohlen werden, also Bücher mit einer Literaturliste und leicht fassliche Wissenschaftsbücher, wie sie auch für den Studienbeginn gewählt werden. Kleinere und mittlere Büchereien werden nur selten genau das ideale Buch zum Thema haben. Hier ist es wichtig auf andere Bibliotheken, andere Datenbanken zu verweisen.
Ideen für den Ankauf von Büchern erhalten  Sie zum Beispiel bei den Literaturlisten der von Schulbibliothekar/innen ausgearbeiteten Modellrecherchen oder den Literaturangaben bei der Themenplattform von Young Science (siehe Linkliste).
Für eine Beratung von Schülerinnen und Schülern ist es wichtig, dass Sie die oben angeführten Literaturerfordernisse für die VwA kennen und dann die entsprechenden Werke aus Ihrem Bestand anbieten. Sollten keine geeigneten Bücher in Ihrer Bibliothek vorhanden sein, weisen Sie auf Büchereien und Bibliotheken in der Nähe und auf die Recherchemöglichkeiten im Internet hin. Auch dabei wird Ihre Hilfestellung geschätzt sein. Informieren Sie sich zuvor über das Angebot an VwA-Bibliotheken bei der Bibliothekslandkarte auf www.ahs-vwa.at und frischen Sie Ihre Recherchefertigkeiten zum Beispiel beim Infosurfing der Wiener Büchereien auf (siehe Linkliste).
Für Schülerinnen und Schüler, die schon bisher Ihre Bücherei nutzten, werden Sie somit auch für die VwA eine wichtige Anlaufstelle sein. Wenn Sie den Benutzerkreis erweitern möchten, sollten Sie mit benachbarten weiter führenden Schulen Kontakt aufnehmen. Sprechen Sie Lehrer/innen an, die bei Ihnen Leser/innen sind bzw. wenden Sie sich direkt an die Direktion oder die Schulbibliothek. Sie können Ihr Angebot auch bei der Landkarte der VwA-Bibliotheken eintragen lassen oder als Partnerinstitution auftreten (siehe Linkliste).
Hinweis: Beim diesjährigen Bibliothekartag (http://bibliothekartag2015.univie.ac.at/) ist dem Thema VwA und Bibliotheken ein ganzer Tag gewidmet


Linkliste
www.ahs-vwa.at
Offizielle Informationsplattform des Bundesministeriums für Bildung und Frauen
www.literacy.at/vwa
Website für Schüler/innen, vom Bundesministeriums für Bildung und Frauen in Auftrag gegeben
Modellrecherchen (www.ahs-vwa.at > Kompetenzerwerb > Informationskompetenz)
http://www.ahs-vwa.at/pluginfile.php/97/mod_data/content/1533/03-VWA-Modellrecherchen.docx
Anregungen für Unterrichtseinheiten bzw. Workshops mit Literaturlisten
VwA-Bibliothekssuche
Eingabe der Adresse auf der Startseite von www.ahs-vwa.at
Kontakt für die Aufnahme in diese Landkarte: helga.simmerl@gmail.com
http://www.youngscience.at/themenplattform/
Themenplattform für vorwissenschaftliche Arbeiten und Diplomarbeiten
http://www.literacy.at/index.php?id=358
Partnerinstitutionen für die VwA
Kontakt für die Aufnahme als Partnerinstitution: elisabeth@kulnigg.at
http://www.buechereien.wien.at/de/fuerschuelerinnen
Info-Surfing für Schüler/innen



Mag. Werner Schöggl, Leiter der Koordinationsstelle LITERACY (im Auftrag des bmbf)


 

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