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Bücherschau

Gina Kaus - Und was für ein Leben …

Marianne Sonntagbauer über Gina Kaus und deren kritisch-soziales und gesellschaftliches Zeitpanorama der Zwischenkriegszeit

Gina Kaus schildert in ihren Texten kritisch das gesellschaftliche Leben der Zwischenkriegszeit, soziale und gesellschaftspolitische Missstände, das Verhältnis zwischen den Geschlechtern, sie hinterfragt die Rollenbilder und skizziert das Bild der „Neuen Frau“, deren Prototyp sie repräsentierte – attraktiv und ihrer Reize bewusst, weltoffen, unabhängig und erfolgreich. Ihr umfangreiches Werk umfasst Romane, Theaterstücke, Feuilletons, Kurzgeschichten, Rezensionen und Artikel zu pädagogischen und psychologischen Themen, angeregt durch die in den zwanziger Jahren in Wien tonangebende Individualpsychologie Alfred Adlers.

Geboren wurde Gina Kaus am 21. Oktober 1893 als Regina Wiener, Tochter des aus Preßburg stammenden jüdischen Geldvermittlers Max Wiener und seiner Frau Ida in Wien. Die Familie lebt in bescheidenen Verhältnissen. Ihr Bruder Paul wird 1901 geboren. Nach dem Besuch des Mädchenlyzeums des Schulvereins für Beamtentöchter arbeitet sie als Hilfskraft im Laboratorium des Allgemeinen Krankenhauses. 1913 heiratet sie den Musiker Josef Zirner, Sohn einer Juweliersfamilie, der im Juli 1915 an der Ostfront stirbt. 1916 wird sie formal kaschiert die Adoptivtochter des noch nicht geschiedenen Großindustriellen Josef Kranz und lebt mit ihm in dessen Palais in luxuriösen, wenn auch gesellschaftlich prekären Verhältnissen.

Literarische Anfänge mit Sozialkritik
Gina Kaus verkehrt  in den intellektuellen Kreisen der Wiener Kaffeehäuser, vor allem im Café Herrenhof, wo sie mit der Literatenszene um Robert Musil, Franz Werfel, Milena Jesenská und deren Mann Ernst Pollak und anderen zusammentrifft.
Ihre erste Veröffentlichung ist der sozial- und systemkritische Essay „Gesetz und Gericht“, der 1917 in der vom Schriftsteller Franz Blei herausgegebenen Zeitschrift „Summa“ unter dem Pseudonym Andreas Eckbrecht abgedruckt wird. In der ersten Nummer der von Otto Kaus herausgegebenen kommunistischen Zeitschrift „Der Sowjet“ vom Mai/Juni 1919 schreibt sie den Artikel „Zur moralischen Bilanz der Bourgeoisie“, in dem sie mit dem Großbürgertum abrechnet.
Am 26. August 1919 heiraten Gina und der Schriftsteller und Psychologe Otto Kaus. Die Ehe wird 1927 geschieden. Am 7. Jänner 1920 wird der Sohn Otto geboren. Durch Börsenspekulationen kommt sie zu Geldgewinnen, die ihr ein angenehmes Leben ermöglichen.
Anfang der zwanziger Jahre schreibt Gina Kaus hauptsächlich kleine Prosa. Neben Kurzgeschichten, Essays und Feuilletons, mit vorwiegend sozialkritischem Inhalt, schreibt sie auch Rezensionen. In „Diebe im Haus“ (1919), das am 16. Oktober 1919 am Schönbrunner Schlosstheater uraufgeführt wird, vergreift sich die Kammerfrau an den Schmuckstücken und an der Garderobe der Herrin. Ihr Diebstahl, den sie als ihr gutes Recht betrachtet, scheint vom sozialen Standpunkt aus gerechtfertigt. In diesem sozialkritischen Drama kritisiert Gina Kaus das mangelnde Rechtsverständnis des Bürgertums, das mit korrupten Methoden Wahrheit und soziale Gerechtigkeit unter den Tisch kehren will.
Die Novelle „Der Aufstieg“ (1920) handelt von einem neurotischen Literaten, der auf künstlerischem und gesellschaftlichem Parkett mit Hilfe psychologischer Tricks zu reüssieren versucht. Mit der von Franz Blei lancierten Verleihung des Fontane-Preises ist ihr literarisches Debüt gelungen.
Ab 1923 ist die Wiener „Arbeiter-Zeitung“ ein wichtiges Publikationsforum für ihre Texte. Otto Kaus geht im selben Jahr nach Berlin, wo er bessere Verdienstmöglichkeiten sieht. Am 9. Oktober 1924 wird der zweite Sohn Peter geboren. Die Freundschaft zum Schriftsteller und Literaturkritiker Karl Kraus beginnt: „Er hätte mich als Schriftstellerin mit einer Zeile, mein Selbstgefühl mit einem Wort vernichten können“. Kraus fand die Novelle „Der Aufstieg „wirklich gut“, erinnert sich Gina Kaus in ihrer Autobiographie. Sie lernt den Wiener Rechtsanwalt Eduard Frischauer kennen, mit dem sie 1926 eine neue Beziehung eingeht.
Es erscheint das erste Heft der von ihr gegründeten und herausgegebenen Zeitschrift „Die Mutter“, für die sie selbst zahlreiche Artikel verfasste. Fragen der Schwangerschaft, Mutterschaft und Kindererziehung wurden hier erörtert. Im Wien der Zwischenkriegszeit richtet Kaus eine Frauenberatungsstelle ein, in der ein Arzt und ein Jurist für Beratungen zur Verfügung standen. Sie hört die Privatvorlesungen von Alfred Adler und lernt die von ihm begründete Individualpsychologie kennen, die ihr Leben und ihr Werk maßgeblich beeinflussen sollte.
1926 reist sie nach Berlin und knüpft Kontakt zum Ullstein Verlag, der jedoch nicht die im Verkauf stagnierende und thematisch begrenzte Zeitschrift „Die Mutter“ übernimmt. Sie schreibt für alle renommierten Berliner Zeitungen und Zeitschriften, veröffentlicht Kurzprosa und ist als Feuilletonistin und scharfsichtige Kritikerin eine begehrte Mitarbeiterin der Medienlandschaft. Gina Kaus ging dabei sehr professionell vor: „Eine Agentur versandte meine Feuilletons an Hunderte kleiner Provinzblätter in Deutschland und Österreich“.
In der Komödie „Der lächerliche Dritte“ (1926) treffen das wohlhabende Ehepaar Weissenstein und das junge Wissenschaftlerpaar Madeleine und Franz in einem Schweizer Berghotel aufeinander. Edith Weissenstein hat reich geheiratet, Madeleine arbeitet als Chemikerin. Der lächerliche Dritte ist Ediths Geliebter Alexander, den sie gerade im Begriff ist den Laufpass zu geben. In der Folge kommt es zu einer Partnerrochade. Die Nachricht vom angeblich tödlichen Bergunfall von Franz rückt die Verhältnisse wieder zurecht. Madeleine und Edith besinnen sich auf die wahren Qualitäten ihrer Ehemänner und Alexander, der übrig bleibt, beschließt ebenfalls zu heiraten. Kaus packt in diese Gesellschaftskomödie Diskurse des modernen Lebens, wie die Demokratisierung der Gesellschaftsstruktur, die ambivalente Rolle der „Neuen Frau“, das gewandelte Eheverständnis und die Oberflächlichkeit zwischenmenschlicher Beziehungen.
In der Schulmädchenkomödie „Toni“ (1926) besprechen Nelly, Helene, Berta, Marie und Toni eine Zeitungsmeldung über die Gymnasiastin Josefine, die nun als Josef die Schule besuchen wird, da sich ihr Geschlecht als männlich herausgestellt hat. Für die Mädchen ist dies ein Anlass, ihre jeweilige Position zu ihrem Geschlecht zu diskutieren. Toni Krieger ist eine reizvolle Figur – androgyn, frühreif, rebellisch und verblüfft mit der Mitteilung, ebenfalls ein Junge zu sein. Toni fühlt sich dem Untermieter Andreas, der Philosophie studiert, unterlegen und ist in seine vermeintliche Überlegenheit verliebt. Der Machtkampf zwischen Toni und Andreas ist der komisch-satirische Kern des Stückes. Kaus demontiert hier weibliche Rollenbilder.

Milieustudien
Im Roman „Die Verliebten“ (1928) haben die ehrgeizige Schauspielerin Gabriele und ihr Freund Christian, ein neurotischer Student, unterschiedliche Auffassungen von Liebe. Er will in der Liebe existenziellen Halt finden. Gabriele, die ihre Karriere vervollkommnen möchte, will sich von Christian trennen. Die Studentin Terese liebt den Theaterkritiker Otto Hartmann, dessen Ehe gescheitert ist. Dieser fühlt sich zu Gabriele hingezogen. Terese, die Christian Gabrieles Abschiedsbrief übergeben soll, findet in der Begegnung mit ihm ihr Liebesglück. Hartmann und Gabriele werden auch ein Paar. Die Figuren sind Charakterporträts nach der Adlerschen Neurosenlehre. Die Missverständnisse und Fehlinterpretationen des Verhaltens der Partner resultieren aus einem falschen Selbstbild, mangelndem Selbstgefühl und sich daraus ergebender irreführender Verhaltensweisen. Der Roman wird nicht im anspruchsvollen Propyläen Verlag von Ullstein, sondern bei den populären Ullstein-Büchern untergebracht und als Unterhaltungsroman rezipiert. Als Reaktion auf „Die Verliebten“ schreibt Kaus tatsächlich einen Unterhaltungsroman.
Im Roman „Die Überfahrt“ (1932), der ein großer Erfolg wird, heuert der Kurarzt Tomas Wohlmut als Schiffsarzt auf dem Überseeschiff Columbia nach New York an, um seine Ehefrau Sybil, die ihn wegen eines Liebhabers verlassen hat, zur Rückkehr zu bewegen. Auf Grund seiner medizinischen Tätigkeit erhält er Einblick in alle Klassen des Schiffes und lernt Menschen aller Gesellschaftsschichten kennen. Die Schicksale und Wege der Passagiere überschneiden sich immer wieder. Bei der Ankunft in New York, nach finanziellen Enttäuschungen und persönlichen Niederlagen haben sich die Perspektiven der Passagiere verschoben. Tomas lässt Sybil ziehen. 1933 wird der Roman in Amerika als „Luxury Liner“ verfilmt und unter dem Titel „Luxusdampfer. Roman einer Überfahrt“ (1937) erscheint er im Verlag Allert de Lange.
Der Roman „Morgen um Neun“ (1932) beschreibt die Nacht des Ehepaars Erwin und Elisabeth Kupferschmidt vor ihrem für den nächsten Tag angesetzten Scheidungstermin. Erst als sich das Paar trennen will, beginnt es sich ernsthaft miteinander zu beschäftigen, sodass der Scheidungstermin am nächsten Morgen entbehrlich wird. Gina Kaus zeigt die festgefahrene Hierarchie der Klassengesellschaft, die Arm und Reich strikt trennt und die Benachteiligung der Frau auf. Dem leichtfertigen Umgang mit Treue und menschlichen Beziehungen, die in sinnentleerten Affären enden, hält sie ein Plädoyer für ein modernes Eheverständnis, das auf einer wertebewussten Lebensauffassung beruht, entgegen.
1933 kehrt sie von Berlin nach Wien zurück. Mit der Verbrennung ihrer Bücher in Berlin am 10. Mai 1933 verlor sie in Deutschland und in Österreich ihre Publikationsmöglichkeiten. „Nie zuvor war ich in besserer Gesellschaft gewesen“, kommentiert sie lakonisch dieses Ereignis. Ihre folgenden Romane erscheinen im niederländischen Exilverlag Allert de Lange.
Eine Milieustudie über die bürgerliche Gesellschaft im Wien der Zwischenkriegszeit ist der Roman „Die Schwestern Kleh“ (1933). Eula ist Haushälterin und Gouvernante beim verwitweten Juwelier Kleh und seinen Töchtern Irene und Lotte. Irene heiratet den jungen Architekten Alexander Wagner, während die temperamentvolle Lotte Schauspielerin werden möchte. Auf Drängen Eulas verleugnen Alexander und Lotte ihre Gefühle füreinander und gehen getrennte Wege, doch das Schicksal nimmt seinen Lauf. Ein Liebesdrama voller Verstrickungen und Lebenslügen.
Die Biographie „Katharina die Große“ (1935) ist ein Porträt der Prinzessin Sophie Friederike Auguste von Anhalt-Zerbst auf dem Weg zur russischen Zarin. Sie wurde von Zarin Elisabeth an den Hof gerufen, trat zum russisch-orthodoxen Glauben über, wurde mit dem Thronfolger vermählt, der 1762 als Peter III. Zar wurde. Wenige Monate nach seiner Thronbesteigung ließ sie ihn von Gardeoffizieren stürzen und machte sich zur Alleinherrscherin. Nach Glauben und Lebensart Russin geworden, wurde Katharina II. als Zarin vom Klerus verehrt, vom Volk geliebt. Ihr Roman „Catherine. The Portrait of an Empress“ (1935), der bei Viking Press in New York erscheint, wird ein großer Erfolg, hält sich in Amerika auf der Bestsellerliste und bringt ihr eine Einladung in die USA.
In den nächsten Jahren erweist sich ihre finanzielle Situation als prekär, da sie als verbrannte Autorin nicht mehr in deutschen Verlagen und Presse publizieren kann: „Es waren die scheußlichsten Jahre meines Lebens, die unmittelbar auf meinen größten Erfolg folgten. Nichts fiel mir mehr ein“. Amerikanische und englische Verlage publizieren ihre Werke. „Return to Reality“ (1935) erscheint beim Londoner Verlag Cassell und enthält ins Englische übersetzte Kurzgeschichten. Hier waren bereits zuvor „Luxury Liner“ („Die Überfahrt“) (1932), „Dark Angel“ („Die Schwestern Kleh“) (1933), „Tomorrow we part“ („Morgen um Neun“) (1934) und „Catherine the Great“ (1935) erschienen. Sie arbeitet für den Marton Verlag, dessen Inhaber Georg Marton ihr Kredit gewährt. In Zusammenarbeit mit anderen Autoren veröffentlicht Gina Kaus die Theaterstücke „Gefängnis ohne Gitter“ (1936), „Schrift an der Wand“ (1937), „Whisky und Soda“ (1937). „Die Nacht vor der Scheidung“ (1937) ist die dramatische Bearbeitung des Romans „Morgen um Neun“.
Als Kanzler Kurt Schuschnigg am Abend des 11. März 1938 seine Abdankung im Radio verkündete, emigriert sie am 12. März 1938 überstürzt und ohne literarische Unterlagen mit ihrer Familie über Zürich nach Paris. Durch Vermittlung von Georg Marton findet sie Arbeit als Drehbuchautorin beim Filmproduzenten Arnold Preßburger, der 1937 nach ihrem Theaterstück „Gefängnis ohne Gitter“ (1937) den Film „Prison sans Barreaux“ dreht, der bei der Biennale in Venedig 1938 als bester Film nominiert war.
Im Roman „Der Teufel nebenan“ (1939) gerät der Student Albert Holzknecht in die Fänge des weiblichen Teufels Melanie Simrock. Albert und die eifersüchtige Melanie heiraten. Er nimmt einen Bürojob in einer Keramikfabrik an. Sie unterstellt ihm Untreue und Affären mit anderen Frauen. Als er seine neue Sekretärin Anna Kirchheim, eine junge alleinerziehende Mutter, auf Melanies Wunsch nicht sofort wieder entlässt, schluckt diese Veronal und überlebt knapp. Albert und Anna beginnen eine leidenschaftliche Affäre. Es kommt zum Eklat. Melanie schluckt eine tödliche Dosis Schlafmittel. Albert wird Alleinerbe von Melanies Vermögen. Er gesteht Melanies ehemaligem Hausarzt Heinsheimer, dass er zusätzlich Pulver in Melanies Glas geworfen hat. In einem fingierten Gerichtsprozess spricht Heinsheimer Albert als Opfer von Melanies Psychoterror von der Schuld an ihrem Tod frei. Alberts Schuld liege darin, dass er Melanie aus Schwäche niemals Einhalt geboten hat. Statt einer Strafe soll er seine Passivität durch ein tätiges Leben überwinden. Gina Kaus skizziert ein beeindruckendes Zeitpanorama der zwanziger Jahre, das sie mit der individualpsychologischen Neurosenlehre verbindet.

Schreiben für die Traumfabrik
Am 1. September 1939 emigriert sie an Bord der „Ile de France“ mit ihrer Familie nach New York. Nach kurzer Internierung auf Ellis Island bleibt sie in New York, um das Geld für die Weiterfahrt nach Los Angeles mit dem Verfassen von „True Stories“ zu verdienen. Dort nimmt sie, wieder auf Vermittlung Martons, in Hollywood eine Arbeit als Drehbuchautorin an. Ihre Romane, Erzählungen und Theaterstücke boten dafür einen reichen Fundus an Stoffen und Themen. Ihre Rolle in der Filmindustrie sah sie pragmatisch: „Ich konnte mir nicht leisten, darüber nachzudenken, ob es ehrenvoll sei, für den Film zu arbeiten. Ich brauchte Geld und zwar sofort“. Die Sorge für den Lebensunterhalt der Familie lag bei ihr. Sie übersetzt aus dem Englischen Neil Simons Welterfolg „Barfuß im Park“ und weitere Werke. Den Karrierebruch, den sie als Schriftstellerin erlitt, hat sie selbstkritisch reflektiert: „Ich habe die Leute nicht gekannt“. Wie in ihrem bisherigen Leben stellt sie sich rasch auf die neuen Lebensbedingungen ein. Sie hat Kontakt zu Emigrantenzirkeln und trifft sich mit Bert Brecht, Hanns Eisler, Fritz Kortner, Vicki Baum, Thomas und Erika Mann, Salka Viertel und anderen.
1940 erfolgt die Heirat mit Eduard Frischauer, der weder die englische Sprache noch das amerikanische Recht beherrscht. Ihm bleibt nur übrig, Geld durch Bridge zu verdienen. 1945 erfolgt die Trennung, nach dem Krieg wird die Ehe geschieden.
In den folgenden zwanzig Jahren schreibt Kaus, meist in Zusammenarbeit mit anderen Autoren, Drehbücher, Filmvorlagen und Filmdialoge. Außerdem kommt es zu weiteren Verfilmungen ihrer Romane. 1942 entsteht „The Night before the Divorce“ nach der Vorlage „Die Nacht vor der Scheidung“ (1937), die auf dem Roman „Morgen um Neun“ (1932) beruht. Der Roman „Die Schwestern Kleh“ (1933) wird unter dem Titel „Conflit“ (1938) und „Her Sister‘s Secret“ (1946) verfilmt. Verfilmungen des Romans „Der Teufel nebenan“ (1939) sind der argentinische Spielfilm „Camino del infierno“ (1946) und „Der Teufel in Seide“ (1955), der, mit Lilli Palmer und Curd Jürgens in den Hauptrollen, ein großer Kinoerfolg wird.
1956 erscheint bei Bertelsmann der Roman „Der Teufel in Seide“ als Neuausgabe von „Der Teufel nebenan“ und avanciert zum Bestseller. In den sechziger Jahren verlagert Gina Kaus ihre beruflichen Aktivitäten auf Übersetzungen von Film- und Fernsehproduktionen sowie Dramentexten.
Nach dem Krieg fährt sie noch einmal nach Wien und Berlin und kann sich jedoch zu einer Rückkehr nach Europa nicht entschließen. Sie fand Österreich verändert vor, fühlte sich entfremdet, einsam und vermisste die Kaffeehauskultur der Zwischenkriegszeit. Die Freunde von einst waren nicht mehr da und in den USA lebten die beiden Söhne und die Enkelkinder. In ihrer Autobiographie „Und was für ein Leben … mit Liebe und Literatur, Theater und Film“ (1979) schildert sie ihr aufregendes Leben zwischen Wien, Berlin und den USA. 1990 erscheint die Neuauflage der Autobiografie unter dem Titel „Von Wien nach Hollywood. Erinnerungen“.
Gina Kaus, eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen der zwanziger und dreißiger Jahre, stirbt am 23. Dezember 1985 in einem Pflegeheim in Santa Monica.


 

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