Bücherschau

Lukas, Leo - Mörder Pointen

Kriminalroman
Begleitet von 18 Minigolfbahnen, die quasi als Einleitung – mit Kurzerklärung und einem Witz versehen – zu ebenso vielen Kapiteln dienen, lernt man drei unterschiedliche Hauptfiguren kennen. Und zwar den nur als Bravo bekannten Auftragsmörder, den Stimmakrobaten und Kabarettisten Peter Szily und die Kriminalpolizistin Chefinspektorin Karin Fux. Drei Kabarettist*innen wurden ermordet und die Tatorte stellen eine Art kabarettistische Österreich-Tournee dar, verteilt auf das südliche Wien, Linz Hafen und Pass Thurn, mit einem Finale am Grazer Schlossberg. 
Leo Lukas berichtet nicht nur als Insider über die österreichische Kabarettszene, sondern er greift auch aktuelle Themen auf, sei es gesellschaftlich oder politisch bzw. die Corona-Pandemie. Gewisse Bezüge zu lebenden Persönlichkeiten sind durchaus vorhanden und gewollt, wie der Autor in einem Interview am Ende des Buches erzählt. Nur der Auftragsmörder Bravo ist eine reine Erfindung. 
Das Buch sprüht phasenweise vor Geschehnissen und Dramaturgie. Leo Lukas lässt seiner – scheinbar grenzenlosen – Phantasie freien Lauf. Als Autor unzähliger „Perry Rhodan“-Romane auch nicht besonders verwunderlich, wenn zu bedenken ist, dass da immer wieder fiktive Welten und Wesen geschaffen werden. Oftmals wechselt er vom erzählerischen Ton ins Journalistische, was aber die Geschichte belebt. Aber auch damit hat der Autor Berufserfahrung, war er ja als Reporter für die „Kleine Zeitung“ tätig. 
Rudolf Kraus
 
Lukas, Leo - Mörder Pointen
Kriminalroman. Wien: Ueberreuter 2022. 239 S. - fest geb. : € 16,00 (DR)
ISBN 978-3-8000-9007-5
 


 

 

© ÖGB-Verlag | Mit freundlicher Unterstützung vom Bundeskanzleramt Österreich / Kultur