Bücherschau

Haas, Wolf - Müll

Simon Brenner ist wieder da
Nach jahrelanger Pause lässt Wolf Haas den Ex-Kriminalpolizisten Simon Brenner wieder auf die Leserschaft los. Brenner war schon als Detektiv und Rettungsfahrer tätig, nun arbeitet er auf einem Recyclinghof der Wiener Müllabfuhr MA48. Und dort tauchen Leichenteile einer männlichen Leiche auf, was dazu führt, dass die Kriminalpolizei zu ermitteln beginnt. 
Einer der beiden Kripo-Beamten namens Kopf ist Brenners ehemaliger Untergebener bei der Kripo. Nachdem seine Kollegen vom Mistplatz Brenners frühere Profession mitbekommen, steigt er im Ansehen der Kollegenschaft. Obwohl Brenner keinen festen Wohnsitz hat, sondern als „Bettgeher“ in fremden Wohnungen nächtigt, deren Besitzer*innen gerade auf Urlaub sind. Natürlich wird er eines Tages ertappt, aber das ist eine andere Geschichte, die im Roman nachzulesen ist. Die Geschichte der zerstückelten Leiche hingegen birgt diverse Geheimnisse. Eine junge Frau namens Iris kommt ins Spiel und ihr Name bekommt irgendwann eine Doppelbedeutung. Zudem spielt ein etwas skurriler Transportunternehmer eine undurchsichtige Rolle, auch Organhandel ist ein Thema. 
Wolf Haas spielt in „Müll“ auf unnachahmliche Weise mit der Sprache. Der Erzähler berichtet mit Witz und Tempo vom Geschehen, blickt auch hin und wieder hinter und zwischen die Zeilen, wird aber niemals langweilig. 
Rudolf Kraus
 
Haas, Wolf - Müll
Roman. Hamburg: Hoffmann und Campe 2022. 286 S. - fest geb. : € 24,00 (DR)
ISBN 978-3-455-01430-3
 
 


 

 

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