Bücherschau

Takei, George - They called us Enemy

Eine Kindheit im Internierungslager
George Takei, der Schauspieler und Aktivist, der zum Cocial-Media-Rockstar wurde, tweetete an seine über drei Millionen Follower: „Ich weiß, was Konzentrationslager sind, ich war in zwei von ihnen in Amerika. Und ja, wir betreiben wieder solche Lager.“ 
Takei sprach natürlich von den Haftanstalten für Einwanderer entlang der US-Mexico-Grenze. Als kleiner Junge wurden der in Los Angeles geborene Takei und seine Eltern während des Zweiten Weltkriegs vier Jahre lang in sogenannten „japanischen Internierungslagern“ hinter Stacheldraht gehalten. Laut dem Herausgeber von Takeis neuem Buch glaubt er, dass der Begriff „japanische Internierungslager“ irreführend ist und fälschlicherweise darauf hindeutet, dass Japan die Lager leite, oder dass die US-Regierung Japaner und keine japanischen Amerikaner – wie ihn – hielt. 
„They called us enemy“ („Sie nannten uns Feind“) beschreibt eindringlich wie Takeis Vater, ein langjähriger US-Amerikaner, und Takeis Mutter, eine in Sacramento, Kalifornien, geborene amerikanische Staatsbürgerin, durch eine Proklamation des Präsidenten, welche kurz nach der Bombardierung von Pearl Habour in Kraft gesetzt wurde, plötzlich zum „außerirdischen Feind“ erklärt wurden.
Die von Takei und den Co-Autoren Justin Eisinger, Steven Scott sowie der Zeichnerin Harmony Becker gestaltete Graphic Novel beleuchtet ein dunkles Kapitel der US-Geschichte. Beeindruckend schildert George Takei seine Erlebnisse in den Internierungslagern, die von den USA für den Teil der Bevölkerung mit japanischen Wurzeln eingerichtet wurden. Die Welt des vierjährigen George verändert sich da von einem Moment auf den anderen – als sich sich nämlich plötzlich sein Heimatland im Krieg mit dem seines Vaters befand. 
Adam Pichler
 
Takei, George - They called us Enemy
Eine Kindheit im Internierungslager. Cross Cult 2020. 208 S. - fest geb. : € 25,70
ISBN 978-3-96658-039-7

 

 

© ÖGB-Verlag | Mit freundlicher Unterstützung vom Bundeskanzleramt Österreich / Kultur