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Bücherschau

Dickie, John - Die Freimaurer

Der mächtigste Geheimbund der Welt
Die Freimaurer sind eine seit dem 18. Jahrhundert bestehende weltweite Männerorganisation (Frauen bleiben outside) mit einer wechselhaften Geschichte. Zeiten hohen Ansehens und großen Einflusses folgten gesellschaftliche Abstürze mit Verhetzungen und Verfolgungen. Geisteswissenschaftlich war die Freimaurerei mit der Aufklärung eng verbunden. Sie haben gemeinsame Grundideale wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Völkerverständigung, Toleranz und Humanität. Mit dem bedeutsamen Unterschied freilich, dass die einen ihre Ideale in der Öffentlichkeit verfochten, während die anderen ihr Wirken vor der öffentlichen Meinung strikt verbargen. Verschwiegenheit ist bei den Freimaurern eine Tugend, zu der sie sich eidlich verpflichten müssen. Trotzdem wurde der Männerverein von allem Anfang an durch gezielte verletzende Missdeutungen provoziert. 
Die katholische Kirche nahm unverblümt gegen die Maurer Stellung und verbot ihren Bekennern bei Strafe der Exkommunikation den Beitritt zu dieser „Verrücktheit und Teufelei“. Vor allem die Bildungsschicht kümmerte sich um dieses Verbot überhaupt nicht. So waren beispielsweise so berühmte Persönlichkeiten wie Lessing, Goethe, Haydn und Mozart Freimaurer. Mozart setzte den Freimaurern mit seiner Oper „Die Zauberflöte“ ein bleibendes musikalisches Denkmal. Franz Stefan von Lothringen, der Gemahl Maria Theresias, war Freimaurer, obwohl der Männerbund in der Habsburgermonarchie streng verboten war. Von den Nationalsozialisten wurde das Freimaurertum streng untersagt und verfolgt. Die Freimaurer, so hieß es, seien ein „Werkzeug der Juden im Kampf um die Weltherrschaft“. 
Die Aufnahme in den Männerverband, regional und nach Logen organisiert, ist präzise geregelt und mit einem komplizierten Zeremoniell verbunden. Der Bewerber musste sich nach dem Vorbild der mittelalterlichen Bauhütten einer dreistufigen Ausbildung „Lehrling, Geselle, Meister“ unterziehen und musste die verschiedensten Prüfungen bestehen. Einer von ihnen wurde dann in freier Wahl zum Vorsitzenden gewählt. Die Logenmeister ihrerseits wählten dann den Großmeister zur Führung der Großloge. Symbole der Freimaurer sind u.a. Schurz, Winkelmaß und Kelle. Die Freimaurer, die in Russland, China und einem Großteil der muslimischen Staatenwelt verboten sind, sind heute keine Geheimgesellschaften mehr. Ihre Grundsätze und Statuten sind in gut ausgestatteten Bibliotheken nachzulesen. 
Der Autor hat auf Reisen zahlreiche Logen untersucht und stellt in seinem fasslich geschriebenen Buch auch Missbräuche dar, die sich im Verlaufe der Geschichte da und dort eingeschlichen haben. Thematisch braucht man für die Lektüre dieses Buches viel Zeit und Verständnisbereitschaft. 
Friedrich Weissensteiner
 
Dickie, John - Die Freimaurer
Der mächtigste Geheimbund der Welt. Frankfurt: S. Fischer 2020. 544 S. - fest geb. : € 26,80 (GE)
ISBN 978-3-10-397335-8

 

 

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