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Bücherschau

Loibelsberger, Gerhard - Alles Geld der Welt

Ein Roman aus dem alten Wien
Gerhard Loibelsbergers historischer Roman handelt vom Börsenkrach in Wien im Jahre 1873. Sein Hauptprotagonist Baron Heinrich von Strauch ist Bankier, Börsianer und Bauherr über etliche Bauprojekte in Wien, unter anderem für die Weltausstellung 1873. Das Geschäft läuft hervorragend, auch wenn die Finanzierung so vieler Projekte keine solide Basis hat. Heinrich liebt die Verschwendung, die Frauen und den Alkohol und setzt seinen alten Schulfreund Ernst Xaver Huber als Direktor ein, der fortan alle Geschäfte für ihn erledigt. 
Heinrich residiert in einem Innenstadtpalais mit seiner Frau und seinen Kindern und einem Stab an Dienstboten. Seine Familie interessiert ihn nicht, er nimmt kaum Notiz davon, sondern bestreitet hauptsächlich ein Leben voller Dekadenz. Er hat eine Geliebte, deren Wohnung und Leben er finanziert und auch sonst ist er hinter fast jedem Kittel her. Das Geschäft vernachlässigt er gänzlich, bis es zum Börsenkrach kommt, der sein Leben grundsätzlich durcheinanderwirbelt. Sein Freund und Geschäftspartner Ernst Xaver Huber hintergeht ihn und bereichert sich. 
Loibelsberger beschreibt das Leben der Profiteure, also jener von Bankiers, Börsianern und Spekulanten, detailgetreu in das 19. Jahrhundert versetzt. Gier, Machtstreben, Wollust und Dekadenz werden in vollen Zügen ausgelebt, bis die Blase platzt. Auch wenn die Familie von Strauch erfunden ist, gibt es sehr wohl reale Personen und Persönlichkeiten, die im Roman vorkommen. Der Autor erzeugt damit eine zeitgenössische Stimmung und setzt auch immer wieder satirische Elemente in Szene. Man taucht ein in das Wien von 1873 und spürt auch die gesellschaftlichen Spannungen, die an verschiedenen Stellen zum Vorschein kommen.
Rudolf Kraus
 
Loibelsberger, Gerhard - Alles Geld der Welt
Ein Roman aus dem alten Wien. Meßkirch: Gmeiner 2020. 346 S. - br. : € 17,00 (DR)
ISBN 978-3-8392-2686-5

 

 

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