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Bücherschau

King, Stephen - Blutige Nachrichten

Vier apokalyptische, dramatische, bizarre neue Kurzromane
Stephen King ist mit weltweit über 400 Millionen verkauften Büchern einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Nun hat er vier „apokalyptische, dramatische, bizarre neue Kurzromane“ in einem Band zusammengefasst. 
In der ersten Geschichte „Mr Harrigans Telefon“ sendet das Smartphone oder sein Besitzer, der altmodische, aber reiche Sonderling, Botschaften aus dem Grab. Und bringt damit Einiges ins Rollen. In der zweiten Story, „Chucks Leben“, verstören „Nachrufe“ über eine Person namens „Chuck“ die Menschen. Keiner kennt den Namen und kann mit dem Nachruf „39 wunderbare Jahre. DANKE, CHUCK!“ nichts anfangen. Aber die Worte überschatten alle Katastrophen, die gerade passieren. Ein schweres Erdbeben in Kalifornien, Flächenbrände, einen riesigen plötzlichen Krater in der Mitte der Stadt und gleichzeitig einen Zusammenbruch des Internets – all das tritt in den Hintergrund, überall wird dem unbekannten „Chuck“ gehuldigt. Er erscheint noch im Internet, in Fenstern, auf Leuchtreklamen. Wie und vor allem warum passiert das? Und wie passen diese Vorgänge mit dem 39-jährigen Buchhalter Charles Krantz zusammen? Der liegt gerade im Spital, an einem Gehirntumor erkrankt und macht seine letzten Atemzüge. 
Der dritte Kurzroman, „Blutige Nachrichten“, fängt im Jahr 2021 mit dem Fund einer Nachricht an. Ein USB-Stick, der an Detective Ralph Anderson gesendet wurde. Es ist ein gesprochenes Tagebuch, das Holly Gibney, die er von einem früheren Fall kennt, bis Ende 2020 geführt hat. Damals, im Dezember 2020, wurde ein harmloses Paket mit der Aufschrift „Nicht vor dem 18.12. öffnen“ an eine Schule in Pennsylvania geschickt und – ist explodiert. Es gibt viele Tote und Verletzte, meist Kinder ... Ist es ein Terroranschlag, ein Kinderhasser oder ein irrer Einzeltäter? Und wie sehr ist Holly Gibneys Leben mit dem Fall verbunden. Und wie hängt ein Muttermal eines Reporters mit dem Attentat zusammen? Es ist die eine Spur, die Holly Gibney penibel verfolgt. 
„Ratte“ ist der letzte Beitrag. Ein ehrenwerter Literaturdozent will endlich seinen großen Roman schreiben und zieht sich auf eine einsame Hütte zurück. Er wird krank und ein schwerer Sturm zwingt ihn, alleine in der Wildnis zu bleiben. Wird er von Fieberfantasien heimgesucht oder ist die sprechende Ratte wahrhaftig? Und wie in einem Märchen macht ihm die Ratte ein teuflisches Angebot: „Du vollendest dein Buch, und Al Stamper stirbt“. Das Buch wird ein Erfolg und Al Stamper hat einen tödlichen Autounfall. Wie geht der Mann mit dieser „Schuld“ um? Ist alles Einbildung? Stephen King spricht dazu in seinem interessanten Nachwort über „die Geheimnisse der Vorstellungskraft“. 
Die Stephen-King-Fans werden sich über diese neuen Geschichten freuen und haben sicher auch kein Problem damit, dass der Band naturgemäß sehr schwer ist und man ihn kaum im Bett lesen kann. Aber vielleicht ist das Absicht? Man sollte so spannende Geschichten doch nicht am Abend lesen ... 
Renate Oppolzer
 
King, Stephen - Blutige Nachrichten
Roman. München: Heyne 2020. 558 S. - fest geb. : € 24,70 (DR)
ISBN 978-3-453-27307-8

 

 

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