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Bücherschau

Klüpfel, Volker / Kobr, Michael - Funkenmord

Mit Hartnäckigkeit und Einfühlungsvermögen
Der neueste Roman von Volker Klüpfel und Michael Kobr ist der Coronaepidemie geschuldet. Er wurde im Lockdown verfasst und schließt an den Band „Kluftinger „(Nr. 10) an, den man zum besseren Verständnis gelesen haben sollte. 
Kluftinger muss noch den Tod seines Mitarbeiters und seine eigene, ungeklärte Entführung verarbeiten. Außerdem hat er dem durch seine Ermittlungen verurteilten vermeintlichen Mörder versprochen, dessen Unschuld zu beweisen. Daher wird in Band 11 ein „cold case“ wieder aufgegriffen: Vor 35 Jahren wurde in der Nacht des Funkensonntags eine junge Lehrerin an einem Kreuz verbrannt. Die Ermittlungen des jungen Kluftinger führten damals zu einer Verurteilung. Aber der wahre Mörder ist noch frei. 
In der Abteilung des Kommissars läuft auch nicht alles rund. Zu den alteingesessenen Mitarbeitern kommt eine „Neue“, eine junge, flotte und toughe Frau, die es daher nicht wirklich leicht hat. Die Beamten werden in der Geschichte aber extrem skurril dargestellt und sind mehr interessiert, das Andenken des toten Kollegen mit eigenartigen Ritualen aufrecht zu erhalten. Auch der „Kultkommissar“ wird fallweise nicht wirklich positiv dargestellt. Sein hilfloses Verhalten bei einer Bahnfahrt, beim Bedienen der Waschmaschine oder der Umgang mit Technik ist fast ein wenig peinlich. 
Auch seinem privaten Umfeld wird sehr viel Raum gegeben. Seine Frau, die ihn permanent „Butzele“ nennt, kann ihre Migräne besiegen, in dem sie jungen Flüchtlingen hilft. Und die anstehende Taufe des Enkelkindes wird lange ausgewalzt, bis hin zur Erwähnung eines schwulen Taufpaten. So werden eben alle möglichen Themen irgendwie in den Roman mitverarbeitet. Aber wirklich unnötig sind die langen Texte in einem „Denglisch“, da der Kommissar kein Englisch kann. Erst im zweiten Drittel des Buches nimmt die Geschichte Fahrt auf. Es geschieht noch ein zweiter Mord, denn der wahre Mörder wird panisch. Die Auflösung der Kriminalgeschichte ist aber dann doch wieder spannend und interessant. Die Hartnäckigkeit und das Einfühlungsvermögen von Kommissar Kluftinger bringt den „cold case“ endlich zu einem Ende. 
Schade, es wäre ein spannender Krimi, wenn es nicht zu viele unnötige Nebenschauplätze gäbe und die Person des Kultkommissars ein bisschen charismatischer wäre. Aber Kluftinger hat eine große Fangemeinde und die werden auch den neuesten Band gerne lesen. 
Renate Oppolzer
 
Klüpfel, Volker / Kobr, Michael - Funkenmord
Kluftingers neuer Fall. Berlin: Ullstein 2020. 496 S. - fest geb. : € 23,70 (DR)
ISBN 978-3-550-08180-4

 

 

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