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Bücherschau

Spannagel, Mercedes - Das Palais muss brennen

Eine sarkastische und scharfzüngige Satire
Luise, auch Lu genannt, ist eine wohlstandsverwahrloste Tochter der rechtskonservativen Bundespräsidentin und führt ein Leben zwischen Prada und Protest, wobei der Partymodus nicht zu kurz kommen darf. 
Lu und ihre Schwester Yara leben mit der Mutter Bundespräsidentin in einem Innenstadtpalais, verwöhnt und verwahrlost. Beide studieren, aber Yara hat ihr Studium längst abgebrochen, um als Tätowiererin in einem Tattoo-Studio zu arbeiten. Luise rebelliert hingegen auf eine andere Art, kauft sich einen Mops, den sie Marx nennt, und möchte mit Unterstützung von Freunden die Mutter mit einer Video-Kunstaktion provozieren. Währenddessen lernt sie die Muslimin Sef und den Sohn eines rechtskonservativen Politikers mit dem Monogramm TT kennen. Mit beiden beginnt sie intime Beziehungen zu pflegen. Und immer wieder ist Partytime angesagt, Drogen werden wie Gummibärchen konsumiert und auch die Elterngesellschaft, von den Kindern Nazis genannt, schwelgt im Luxus und schlussendlich stolpert die Frau Bundespräsidentin über Korruptionsvorwürfe, die durch beide Töchter möglich wurden, aber von Luise und Yara so nicht gewünscht waren. 
Sprachlich rasant braust Mercedes Spannagel in ihrem Debütroman durch die Seiten. Dabei kommt eine sarkastische und scharfzüngige Satire heraus, mit fein gezeichneten Charakteren und einer ordentlichen Prise Gesellschaftskritik.
Rudolf Kraus
 
Spannagel, Mercedes - Das Palais muss brennen
Roman. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2020. 189 S. - fest geb. : € 18,50 (DR)
ISBN 978-3-462-05509-2

 

 

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