Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Bücherschau

Biller, Maxim - Sieben Versuche zu lieben

Familiengeschichten
Was für ein schöner Titel, der etwas romantisch und gleichzeitig melancholisch anmutet und unter welchem Maxim Biller bereits in den 1990er und 2000er Jahren in unterschiedlichen Bänden erschienene Erzählungen zusammengefasst sind. Helge Malchow, ehemaliger Verleger von Kiepenheuer und Witsch, von dem das Nachwort stammt, hat auch die Zusammenstellung des Bandes vorgenommen. 
In allen 13 Erzählungen geht es um Liebe zu den Eltern, auch mal der Jugendliebe, der komplizierten und oft komplexen Beziehung zum Land seiner Herkunft und dem Land, in dem auch der Autor lebt: Deutschland. Biller, der als Journalist und junger Schriftsteller oft polarisiert und provoziert hat und auch mit Gerichtsverhandlungen für mediales Aufsehen gesorgt hat, verbindet in seinem Schreiben die Neugier und Lust am Erzählen und gleichzeitig auch immer durch seine journalistische Praxis geprägt, fehlt es nie an Effekt und einer gewissen Polemik, die seinen speziellen Stil auszeichnen, für den ihn seine Leser und auch Leserinnen schätzen – oder auch nicht. 
In „Erinnerung, schweig“, die zu einer der besten und längsten Erzählungen zählt, wird die Geschichte eines schwierigen Vater-Sohn-Verhältnissen erzählt, die nicht von ungefähr an Billers eigene Fluchtgeschichte nach dem gescheiterten Prager Frühling im Alter von zehn Jahren erinnert. Bereits Bücher wie „Bernsteintage“ (auch aus diesem Band wurden Erzählungen ausgewählt), „Sechs Koffer“ und „Biografie“ haben Billers ernsthafte und gereifte Auseinandersetzung mit den Themen Herkunft, Familie und Identität gezeigt und dienen ihm als Medium, um auch Fragen nach historischer Wahrheit und Schuld zu diskutieren. 
Julie August
 
Biller, Maxim - Sieben Versuche zu lieben
Familiengeschichten. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2020. 356 S. - fest geb. : € 22,70 (DR)
ISBN 978-3-462-05437-8

 

 

Artikel weiterempfehlen

© ÖGB-Verlag | Mit freundlicher Unterstützung vom Bundeskanzleramt Österreich / Kultur