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Bücherschau

Selge, Albrecht - Beethovn

Eine ungewohnte Sicht auf den Charakter des großen Genies
Es ist kein Roman im eigentlichen Sinn, vielmehr reihen sich kleine Episoden, die verschiedene Personen aus Beethovens Zeit mit dem großen Komponisten erlebten, aneinander. Es sind Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, die irgendwann in ihrem Leben dem bewunderten Meister zwischen 1821 und 1826 begegnet waren. 
Ein reizvoller Aspekt daran ist die unterschiedliche Schreibweise von Beethovens Familiennamen. So lernen wir die Haushälterin des Herrn von Bethofn kennen oder Josefine, die Prostituierte aus der Wiener Vorstadt, die der schweigsame und immer in Eile befindliche Betofen des öfteren besucht hat. Auch Grillparzer kannte Betthoven, da seine Familie im Sommer dasselbe Haus wie der Komponist in Heiligenstadt bewohnte. Natürlich darf aus der damaligen Zeit ein Spitzel nicht unerwähnt bleiben, der im düsteren, nächtlichen Wien unterwegs ist und Bethofen beobachtet. 
Schließlich lernen wir noch Karl, den Neffen Beethovens kennen, der interessante Gespräche während der langen Spaziergänge mit seinem Onkel in Baden und Wien führt. Erwähnung findet auch die leichtfertige Josephine, in die sich jeder gleich verliebt, auch Beethowen; er nannte sie „meine einzige Geliebte“. Weiters wird von einem Mädchen berichtet, das einige Klavierstücke komponiert hatte und deren Mutter und Tanten Beethoven noch persönlich kannten. 
Dem Autor aus Heidelberg, der als Musikkritiker in Berlin tätig ist, ist ein buntes Kaleidoskop aus feinen Miniaturen gelungen, die eine ungewohnte Sicht auf den Charakter des großen Genies bieten und zugleich ein Bild der Beethoven-Zeit zeichnen. 
Traude Banndorff-Tanner
 
Selge, Albrecht - Beethovn
Roman. Rowohlt Berlin 2020. 237 S. - fest geb. : € 22,70 (DR)
ISBN 978-3-7371-0068-7

 

 

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