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Bücherschau

Höhtker, Christoph - Schlachthof und Ordnung

Zerfall und Auflösung in einem „Pharmageddon“
Marazepam, Markenname Marom, der pharmazeutische Stoff aus dem die dystopischen Fantasien einer Gesellschaft am vorläufigen Ende der Suche nach Sinn und am Ende einer Wertschöpfungskette, die sich selbst abschafft. Jeder benutzt jeden. Die Lebensmittelindustrie verhöhnt den Konsumenten ebenso wie die Pharmaindustrie. Christoph Höhtker hat paranoiden Fantasien und überdrehter Sprachlust nachgegeben und einen 400 Seiten starken Thriller über ein Medikament geschrieben, das den Einzelnen im wahrsten Sinne des Wortes von innen her auflöst und eine Gesellschaft auf ihren Abgrund zusteuern lässt. Ausgestattet mit einer Vielzahl von handlungstragenden Figuren, die sich naturgemäß auf unterschiedlichen Realitätsebenen in dieser wahnhaften Laborsituation befinden. 
„Schlachthof und Ordnung“ ist der Titel einer aufdeckerischen Reportage des Pariser Journalisten und Marom-abhängigen Marc Troisier, der im Selbstversuch das Medikament abzusetzen versucht. Dem gegenüber stellt er die Massentierhaltung und Tötung in einem Schlachthof für die Fleischfabrik Milaut. Höhtker verschneidet verschiedene Erzählstränge, um letztlich die kaum noch mögliche Unterscheidbarkeit der Tierhaltung zum Leben eines menschlichen Individuums zu behaupten und auch vorzuführen. 
Alles steuert auf Zerfall und Auflösung in einem „Pharmageddon“, den Höhtker auch lustvoll feiert. „Tatendurstig“ macht die vielversprechende Glückspille und wohl auch einen Autor ganz high von seiner eigenen Idee und Geschichte. Mag es für den Autor ein freud- und lustvoller Schreibprozess gewesen zu sein, bei der Lektüre kommen diese Gefühle und Empfindungen wohl eher selten auf. 
Julie August
 
Höhtker, Christoph - Schlachthof und Ordnung
Roman. Weissbooks 2020. 416 S. - fest geb. : € 24,70 (DR)
ISBN 978-3-86337-180-7

 

 

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