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Bücherschau

Birgisson, Bergsveinn - Quell des Lebens

Roman über die gewaltige Natur und das karge, gefährliche Leben in Island
Im 18. Jahrhundert wurde Island von mehreren Katastrophen heimgesucht. Vulkane waren ausgebrochen, glühende Asche, dicker Rauch und Feuerdämpfe forderten viele Tote, und gewaltige Wasserfluten, Erdbeben und Giftgaswolken zwangen die Bewohner, in andere Regionen zu flüchten. Zugleich wütete eine schlimme Pestepidemie im Land. 
1785 wird der dänische Historiker und Landvermesser Magnús Arelíus Egede nach Island geschickt, um die weniger bekannten Gebiete im Norden zu vermessen und Bericht zu geben über den damaligen Zustand des Landes und seiner Bewohner. Da wegen der schrecklichen Katastrophen die Ernten ausgefallen waren und die Menschen Hunger litten, sollten sie in Gebiete des dänisch-norwegischen Reichs, zu dem Island damals gehörte, abgesiedelt werden. Egede und seine beiden isländischen Assistenten erleben die kaputte Natur und treffen auf in ihr Schicksal ergebene Menschen in zerschlissenen Kleidern, die in primitiven Erdlöchern leben und an Geister, Trolle und Wiedergänger glauben. 
Weil es den Assistenten bald zu unheimlich wird, verlassen sie den Dänen. Dieser muss nun allein durch die unwirtliche und unheimliche Landschaft in peitschenden Stürmen und Regenfällen an Schlammlawinen vorbei weiterziehen. In einer einsamen Gegend lernt er ein hübsches, stummes Mädchen kennen und verliebt sich in sie. Dabei vergisst er beinahe seinen Auftrag. Er kämpft zwischen Wissenschaft und Liebe, zwischen Bleiben in diesem seltsamen Land, das ihn langsam fasziniert, und Rückkehr in die Zivilisation und zur Forschung. 
Er zieht weiter. In tobenden Stürmen verliert er sein Pferd, und als er fast am Ziel ist, fällt ihn ein Eisbär an. Er wird gerettet und vom geliebten Mädchen gepflegt. Da die Wunde nicht heilen will, kann nur Wasser von der Quelle des Lebens helfen. Dem Mädchen gelingt es, unter schwierigsten Bedingungen das Wunderwasser zu finden, und er kann genesen. Er fährt schließlich ohne das wunderbare Mädchen nach Dänemark zurück, denn für Isländer ist auf dem Schiff kein Platz. 
Der in Reykjavik geborene Bergsveinn Birgisson hat altnordische Literatur studiert und lebt jetzt in Norwegen. Mit dem vorliegenden Roman, der für den Isländischen Literaturpreis nominiert war, ist ihm eine großartige Beschreibung der urigen und beinahe menschenleeren Gegenden Islands gelungen. Die einsame Landschaft, die gewaltige Natur und das karge, gefährliche Leben der dort lebenden Menschen üben bald eine Faszination auf die Leser aus. Ein großartiges, beeindruckendes Werk! 
Traude Banndorff-Tanner
 
Birgisson, Bergsveinn - Quell des Lebens
Roman. Residenz 2020. 304 S. - fest geb. : € 24,00 (DR)
ISBN 978-3-7017-1718-7

 

 

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