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Bücherschau

Fitzek, Sebastian - Das Geschenk

Eine rasante, spannende und grausame Geschichte
Fitzek bisher: Sehr gute Ausgangsbasis, intelligente Ideen, je näher das Ende des Krimis kommt, desto unlogischer wird es und wenn man endlich glaubt, dass die Bösen die Bösen sind und die Guten die Guten sind – dann wird alles umgedreht. „Das Geschenk“ ist anders. Es ist logischer, zielsicherer und viel besser, als alle anderen Fitzeks! Endlich! 
In unserer Mitte gibt es Menschen, die weder sinnerfassend lesen, noch wirklich schreiben können. Menschen, die sich durch die Schule geschummelt haben und die in ihrer Welt gut zurechtkommen. Milan Berg ist so einer. Er hat dafür eine erstaunliche Gabe entwickelt, Menschen zu zeichnen. Das war auch notwendig, da er im Gastgewerbe als Kellner arbeitet. Das heißt, wenn ein Gast eine Bestellung aufgibt, dann merkt sich Milan die Speisen und Getränke, fertigt flugs ein Porträt des Gastes an, um die Bestellung zuordnen zu können. 
Im Alltag ist die Sprachfunktion seines Mobiltelefons natürlich sein Heiligtum. Er kommt durch. Eines Tages sitzt ein alter Mann sehr lange im Lokal und als ihn Milan fragt, ob er noch einen Wunsch hat, überreicht er ihm eine Dose mit Tabletten, wodurch sein Analphabetismus verschwinden würde. Erstens: Woher kennt er ihn? Zweitens: Woher weiß er Bescheid? Drittens: Wer ist dieser Mann? Denn kurz darauf ist dieser Mann verschwunden. 
Der vermeintlich zweite Erzählstrang ist der einer Entführung. Bei einer Ampel sieht Milan einen Wagen mit einem Mädchen (das ihm bekannt vorkommt) darin, das einen Zettel mit einer Nachricht und einem Code ans Fenster hält. Milan kann natürlich nicht lesen, was darauf geschrieben steht, spürt aber, dass es ein Hilferuf ist. Ist sie womöglich? Nein, das kann nicht sein. Er verfolgt den Wagen bis zu einer Stadtvilla. Als er später mit seiner Freundin und Kollegin Andra das Haus untersucht, findet er eine neuerliche Nachricht mit einem Code, den nur seine Jugendfreundin und er kennen können. Kurz darauf erhält er einen Anruf mit einer irrsinnigen Geldforderung und einem Übergabeort. 
Was sich nun entwickelt, ist eine rasante, spannende und grausame Geschichte, die sich rund um die desolaten Familienverhältnisse und Ereignisse in einem Haus auf einer Insel zugetragen haben. In einer Hinsicht muss ich mich korrigieren: am Ende dreht er doch noch einmal das Setting um, oder? 
Mario Reinthaler
 
Fitzek, Sebastian - Das Geschenk
Roman. Droemer 2019. 368 S. - fest geb. : € € 23,70 (DR)
ISBN 978-3-426-28154-3

 

 

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