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Bücherschau

Füssel, Marian - Der Preis des Ruhms

Eine Weltgeschichte des Siebenjährigen Krieges
Kriege und Revolutionen sind bis heute leider ein wesentlicher Bestandteil der Menschheitsgeschichte. Das Kriegsgeschehen, die blutigen Schlachten, die Belagerung, Eroberung und Plünderung von Städten, die Verwüstung von Feldern etc. wurden von schreibkundigen Überlebenden in Tagebüchern, Briefen, Chroniken, Pamphleten, Flugblättern und Selbstdarstellungen niedergeschrieben und dienten später den Historikern als Quellen für die Darstellung des Kriegsgeschehens. Und um welche Ziele ging es bei den Gemetzeln? In den meisten Fällen um die Erhaltung und Erweiterung des eigenen Territorialbesitzes, um religiöse und persönliche Gegnerschaften zwischen den europäischen Dynastien. Die Akteure und unmittelbar Betroffenen, in der Hauptsache Söldner, kümmerten sich nicht um solche Motivationen. Sie töteten, plünderten und bluteten gegen Geld. 
Von den zahlreichen Kriegen, die auf europäischen Boden am Beginn der Neuzeit geführt wurden, blieben außer den beiden Weltkriegen nur einige im Kollektivbewusstsein haften: Der Dreißigjährige (1618-1648) und der Siebenjährige (1756-1763). Daran beteiligt waren im Wesentlichen die politischen Großmächte, Frankreich, Großbritannien, Russland, das Habsburgerreich und Preußen. Ging es beim Gegensatzpaar Preußen – Österreich um den Besitz von Schlesien, so duellierten sich Frankreich und Großbritannien im Wesentlichen um die Erweiterung ihres Kolonialbesitzes in Nord- und Lateinamerika, der Karibik, Ostindien und die Westküste Afrikas. Russland wechselte während des Krieges die Seiten von einem Gegner zum Verbündeten Preußens. 
Die Darstellung der wechselvollen Konflikte aus nationalpolitischer Sicht füllt Bibliotheken. Der prominente deutsche Historiker Marian Füssel schildert die Ereignisse aus globaler und mikrohistorischer Sicht. Er erweitert damit die nationalstaatlichen Verengungen, eröffnet neue historische Zusammenhänge und führt durch seine Geschichtsbetrachtung von „unten“ näher und unmittelbarer an das Geschehen heran. Das auf hohem sprachlichen und wissenschaftlichen Niveau geschriebene Buch ist wohl nur Lesern mit einschlägigen Kenntnissen und Interessen zur Lektüre zu empfehlen. 
Friedrich Weissensteiner
 
Füssel, Marian - Der Preis des Ruhms
Eine Weltgeschichte des Siebenjährigen Krieges. München: Beck 2020. 656 S. - fest geb. : € 32,90 (GE)
ISBN 978-3-406-74005-3

 

 

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