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Bücherschau

Le Carré, John - Federball

Roman um einen abgehalfterten Agenten
Nat hat seine besten Jahre als Spion hinter sich. Nach zwei Jahrzehnten als Agentenführer kehrt er nun nach London zurück, wo er sich als Leiter einer Abteilung, die sich „Die Oase“ nennt, betätigen soll. Diese Stelle soll ein Sammelort für gescheiterte Agenten werden. Nat weiß, dass er nicht mehr als Top-Agent gehandelt wird, in einer Zeit, in welcher Populismus, Datenmissbrauch und Fake News die Welt fast in Flammen stehen lassen. 
Der abgehalfterte Agent will nun seine Ehe retten und in seinem Badminton-Klub danach trachten, die Nummer 1 zu bleiben, denn Badminton ist eine ernsthafte Sportart und eine ausgezeichnete Freizeitbeschäftigung. Bald hat Nat in Ed einen Badmintonpartner gefunden, der ihm ebenbürtig scheint. Mal gewinnt Nat, dann wieder Ed. So entwickeln sich die Matches spannend. Doch bald stellt sich die Frage, ist Ed ein Spion der feindlichen Seite? Intrigen, Missgunst und Neid durchziehen den Geheimdienst. Der Einsatz der Spione scheint oft nur nebensächlich zu sein. Dass Ed für den US-Geheimdienst arbeitet, weiß sein Freund Nat nicht. Der Badmintonpartner Ed ist jedoch ein so unbedeutender Zeitgenosse, der nicht unbedingt mundtot gemacht werden soll. 
Der 88-jährige Spitzenautor John Le Carré zeigt spürbar in seinem 25. Roman die Besorgnis um den politischen Zustand der Welt. „Federball“ ist eine routiniert abgespulte Geschichte, ohne besondere Höhepunkte oder Spannungsmomente. Das ist schade. Somit bleibt der Roman eher eine Enttäuschung. 
Peter Lauda 
 
Le Carré, John - Federball
Roman. Berlin: Ullstein 2019. 349 S. - fest geb. : € 24,70 (DR)
ISBN 978-3-550-20054-0
Aus dem Engl. von Peter Torberg

 

 

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