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Bücherschau

Kelley, William Melvin - Ein anderer Takt

Die Geschichte der Farbigen in den Südstaaten in einem Roman
Dieser Roman ist die Geschichte der Farbigen in den Südstaaten. Tucker Caliban ist ein Nachfahre des sagenumwobenen Sklaven mit den übermenschlichen Kräften. Man hatte ihn mit dem Sklavenschiff gebracht und gefesselt in einen eigenen Raum gesperrt. Als die Sklaven das Schiff verlassen hatten, kam er als letzter, sprengte seine Fesseln, riss etliche Aufseher in den Tod und übernahm das Kommando. Im Juni 1957 bringt der farbige Farmer Tucker Caliban Unruhe in die Bevölkerung. Er streut Salz auf die Felder, erschießt sein Pferd und seine Kuh und brennt das Farmgebäude nieder, denn er zieht nach Norden, wo es den Farbigen besser gehen soll. Die gesamte schwarze Bevölkerung folgt ihm. Fassungslos beobachten die Weißen die Vorgänge. 
Weite Strecken des Buches erzählen von der Freundschaft des Weißen David Wilson mit dem farbigen Studenten Bennett Bradshaw. Mühevoll akzeptiert auch Davids Mutter die Freundschaft, während sein Vater toleranter ist. Ein Todesfall in Bradschaws Familie verändert den Entwicklungsweg des farbigen Studenten. Liberale Stimmen treffen auf rassistische Traditionalisten. Und schon bald droht die Situation außer Kontrolle zu geraten. 
Der Roman zeichnet ein düsteres Bild der Südstaatenmentalität, die jeden Wandel negiert und mit Hass auf Veränderungen losgeht. Das Buch ist ein beeindruckendes Dokument des Kampfes um die Gleichheit und Gerechtigkeit zwischen beiden Rassen. Die Wiederentdeckung des amerikanischen Autors ist wohl ein großes Geschenk. Jessica Kelley schreibt nach Ende des Romans ein interessantes Nachwort über ihren Vater, seine schriftstellerische Entwicklung und seine Beziehung zur amerikanischen Literatur. Ein überaus interessantes Buch, das man nicht übersehen sollte! 
Peter Lauda 
 
Kelley, William Melvin - Ein anderer Takt
Roman. Hamburg: Hoffmann und Campe. 300 S., fest geb. : € 22,70 (DR)
ISBN 978-3-455-00626-1
Aus dem Amerikan. von Dirk van Gunsteren

 

 

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