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Bücherschau

Weihsmann, Helmut - Das Rote Wien

Sozialdemokratische Architektur und Kommunalpolitik 1919-1934
Helmut Weihsmann ist ein international bekannter Architekturhistoriker mit eindrucksvoller Publikationsliste. Zum 100-jährigen Jubiläum des „Roten Wien“ ist nun in dritter Auflage sein einschlägiges Standardwerk wieder erschienen. Es interpretiert die Bautätigkeit der sozialdemokratischen Gemeindeverwaltung der Zwischenkriegszeit als Antithese zur bürgerlichen Stadtplanung der Ringstraßenzeit. 
Damit hat Weihsmann zweifellos recht. In mancher Hinsicht reflektiert sein Buch allerdings auch den Zeitgeist seiner Entstehungsperiode – eine Tatsache, die der 70-jährige Autor auch offen zugibt. Der von der Sozialdemokratie entschlossen verteidigte Mieterschutz samt Zinsstopp wurde beispielsweise bereits gegen Ende des Ersten Weltkriegs eingeführt und war somit eigentlich keine sozialdemokratische Errungenschaft. Der private Wohnbau wurde aber dadurch praktisch unfinanzierbar und kam zum Stillstand. Die kommunale Bautätigkeit musste hier einspringen. Sie tat dies mit einem innovativen, aber höchst umstrittenen Maßnahmenbündel von Luxusabgaben, der so genannten „Wohnbausteuer“ auf der Basis der städtischen Steuerhoheit. Hier ließe sich manches diskutieren. 
Dennoch, wie gesagt, ein Standardwerk. Leider aber in schwer lesbarem Kleindruck. 
Robert Schediwy
 
Weihsmann, Helmut - Das Rote Wien
Sozialdemokratische Architektur und Kommunalpolitik 1919-1934. Wien: Promedia 2019. 496 S. fest geb. : € 39,90 (GE)
ISBN 978-3-85371-456-0

 

 

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