Bücherschau

Pancake, Breece D’J - Liebe ist Nuttengerede

Die zwölf Stories des Breece D’J Pancake
Breece D’J Pancake galt als neuer Hemingway der amerikanischen Literaturszene, manche nannten ihn einen neuen James Joyce oder Charles Bukowski, als er im Jahr 1979 seinem Leben ein Ende setzte. Damit und noch dazu mit 27 Jahren befeuerte das auch die Mythen rund um den sogenannten Club 27. Es gibt nur diese vorliegenden zwölf Kurzgeschichten von ihm, von denen zu seinen Lebzeiten nur sechs veröffentlicht waren. 
Pancake erzählt schonungslos und mit klaren Worten vom Leben der kleinen Leute West Virginias. Das sind kleine Farmer, Bergarbeiter, Matrosen, Mechaniker, hauptsächlich Männer, die ihr meist hartes, bescheidenes Leben mit einer negativen Haltung zu meistern versuchen: sie saufen, schlagen sich, prahlen vor Frauen und Männern, jagen Tiere und töten diese mit einer heftig dargestellten Brutalität. Träume sind zwar vorhanden, aber es regiert Verbitterung, Trauer, Resignation, Verzweiflung und sehr viel Wut. 
Aber diese Geschichten sind extrem lebendig, man spürt eine Kraft, die diese Gefühlswelt der Protagonisten auslöst. Und diese sind Einzelgänger, oftmals innerlich verletzt und nach außen hin hart, wenn nicht sogar brutal. Dennoch schafft es Breece D’J Pancake, dass man eine Beziehung, eine Nähe zu seinen Figuren aufbaut. Man fühlt sich mitten im Geschehen, wie im richtigen Leben oder auch wie in einem Film.
Mehr als diese zwölf Geschichten wird es leider nie von diesem Autor zu lesen geben. Aber diese kann man von Zeit zu Zeit immer wieder aufs Neue lesen. 
Rudolf Kraus
 
Pancake, Breece D’J - Liebe ist Nuttengerede
Die zwölf Stories des Breece D’J Pancake. Zürich: Weissbooks 2019. 216 S. - fest geb. : € 18,50 (DR)
ISBN 978-3-86337-179-1
Aus dem Amerikan. von Katharina Böhmer

 

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