Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Bücherschau

Kraus, Rudolf - lauter laute leisetreter

verskabarett und nonsensminiaturen
Rudolf Kraus ist nicht nur ein einfallsreicher Lyriker, sondern liefert in seinem neuesten Gedichtband auch neue Varianten innovativer Lyrikformen. „verskabarett und nonsensminiaturen“ nennt er diese lyrische Sammlung, in der Alltagsszenen, Philosophisches, Überflüssiges sich zum Lyrisch-Anekdotischen, Sprachspielerischen wandelt. 
Da lassen Helmut Qualtinger und Wiener Schmäh à la Georg Kreisler oder Gerhard Bronner grüßen, ja die, von „ja damals“: „ohne internet / war es nett / ohne smartphone / war ich in lissabon / ohne social media / kanntest du schon lydia / und warst ihne navi / mitten in abu dhabi.“ Und in seinen Dialektgedichte in ihrer Mischung aus Anarchie und Melancholie konnte auch H.C. Artmann und die Wiener Gruppe Pate gestanden sein: „i schau nua“: „wäu’s eh nix zum sogn gibt / warat i a vogl / tatat i fliagn / owa siachst’as eh / i fliag hoid liawa / auf de pappm.“ Im an den Anfang des Buches gestellten Text „text danach“ schrieb er übrigens schon eine Kurzrezension seines eigenen Buches. Schließlich gibt es wahrlich „nicht mehr viele von meiner [bzw. seiner] sorte“. 
Rudolf Kraus‘ neuer Gedichtband ist ein lyrischer Wegweiser nach Absurdum, das wohl gleich um die Ecke liegt, aber nicht jeder so wahrnehmen kann – und es bietet kurzweiliges Lesevergnügen. 
Georg Pichler
 
Kraus, Rudolf - lauter laute leisetreter
verskabarett und nonsensminiaturen. Verlagshaus Hernals 2019. 75 S. - fest geb. : € 22,90 (DL)
ISBN 978-3-902975-72-0

 

 

Artikel weiterempfehlen

© ÖGB-Verlag | Mit freundlicher Unterstützung vom Bundeskanzleramt Österreich / Kultur