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Bücherschau

Stermann, Dirk - Der Hammer

Ein wahrhaft bunter und durchaus spannender historischer Roman

Mit 15 Jahren kommt der begabte Joseph Hammer an den Wiener Hof, wo er „Sprachknabe“, Dolmetscher, werden soll. Joseph lernt Türkisch, Arabisch, Persisch, wird nach Konstantinopel entsandt, erlebt den Feldzug gegen Napoleon in Ägypten, sieht, was er nur aus Büchern kannte. Sein Leben lang vermittelt er zwischen Orient und Okzident und ist doch nirgends zuhause. Er will ein vollständiges Exemplar der Geschichten aus 1001. Nacht finden und übersetzen. Es ist ein Leben zwischen dem Morgenland und dem ihm ebenso fremden Wien um 1800, das Dirk Stermann In seinem Roman erzählt.
An der k.k. Akademie für Orientalische Sprachen in Wien erweist sich der dort zum „Sprachknaben“ auszubildende Sohn eines geadelten Grazer Gubernialrates tatsächlich als Sprachgenie, der schließlich erster Präsident der von ihm mitgegründeten Akademie der Wissenschaften wird. Stermann orientiert sich an der verbürgten Biografie des Joseph von Hammer-Purgstall (1774-1856), dessen Übersetzung des persischen Dichters Hafis Goethe zu seinem „West-östlichem Diwan“ inspirierte. Hammer wird von vielen (angefangen mit Metternich) gedemütigt, wird hier aber als sagenhaft selbstgefälliger und großmannssüchtiger Charakter geschildert.
Mit großer Lust am Detail breitet Stermann seine beträchtliche Recherche aus und führt hunderte Personen vor (von denen dann viele nie wieder vorkommen). Ein wahrhaft bunter und durchaus spannender historischer Roman.
Robert Leiner

Stermann, Dirk - Der Hammer
Roman. Reinbek: Rowohlt 2019. 448 S. - fest geb. : € 24,70 (DR)
ISBN 978-3-498-04701-6


 

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