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Bücherschau

Dabrowski, Tadeusz - Eine Liebe in New York

Poetische Selbsterkundigung

Ein schwarzes Quadrat auf dem Buchcover seines Lyrikbandes führt den Ich Erzähler, der gerade als Literaturstipendiat in New York lebt, mit der Architektin Megan in der New Yorker U-Bahn ins Gespräch und bald auch nach einer ersten Verabredung zum Abendessen ins Bett ihres Appartements. Der junge Lyriker saugt die Intensität und Leichtigkeit der für ihn äußerst anziehenden Frau auf, während er für sie lediglich eine willkommene Abwechslung in ihrem temporeichen und chaotischen Alltag zu sein scheint. Er streift einsam durch New York auf der Suche nach Inspiration für seine Texte und bald auch mit einer gewissen Getriebenheit und Rastlosigkeit auf der Suche nach Megan, die seine Anrufe unerwidert lässt.
Dabrowksi reanimiert den alten literarischen Topos von der Weiblichkeit der Stadt und der Stadt als Geliebten, indem er seine Wahrnehmungen der Stadt mit den Begegnungen zwischen seinem Ich-Erzähler und Megan montiert. Die Fremdheit und Andersartigkeit die der aus Polen stammende Ich-Erzähler in New York erlebt, drücken sich in den Begegnungen mit Megan aus, die immer wieder spontan auf- und abtaucht. So wie der junge Stipendiat von der Stadt immer wieder aufs Neue aufgenommen und wieder ausgestoßen wird, gestaltet sich auch der Rhythmus dieses Erstlings von Tadeusz Dabrowski, der sich bereits als Lyriker einen Namen gemacht hat. Wie ein belebendes Tonikum wirken die Begegnungen mit der jungen Frau auf den jungen Dichter bei seiner poetischen Selbsterkundigung in diesem stillen, aber beachtlichen Debütroman.
Julie August

Dabrowski, Tadeusz - Eine Liebe in New York
Roman. Frankfurt: Schöffling 2019. 138 S. - fest geb. : € 18,50 (DR)
ISBN 978-3-89561-467-5
Aus dem Poln.v. Renate Schmidgall


 

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