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Bücherschau

Noll, Ingrid - Goldschatz

Roman

„Zicklein“ wird die junge Studentin Trixi von ihrem schottischen Freund Henry genannt. Und er ist der „gute Hirte“, es scheint alles zwischen den beiden gut und problemlos zu laufen. Als Trixis Eltern von einer kinderlosen Tante ein altes Haus erben, entsteht spontan ein verwegener Plan: das junge Paar will, gegen den Willen von Trixis Eltern, in den modrigen Mauern eine alternative Wohngemeinschaft gründen. Bald sind es fünf Studenten, die das marode Haus retten und es in Eigenregie bewohnbar machen wollen. Mit viel Energie, aber wenig Erfahrung und finanziellen Mitteln gehen sie ans Werk.
Spannend wird die Geschichte erst, als der skurrile Nachbar plötzlich in der Tür steht. Ein alter, wunderlicher Kauz, der die verstorbene Besitzerin sehr gut kannte und in dem Haus ein- und ausgeht. Und dann findet Trixi mit ihrer Freundin beim Räumen einen Beutel mit Goldmünzen. Aber bevor sie den Schatz genau begutachten können, ist er plötzlich wieder verschwunden. Der rüde Nachbar hat ihn geholt und behauptet, es sei sein Eigentum. Wieweit ist dieser alte Mann mit dem Leben der früh verwitweten, kinderlosen Tante Emma verbunden? Was geschah in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs? Die Angelegenheit wird immer kurioser und verworrener. Menschliche Knochenfunde im Garten, ein Ehering mit Namen und ein sehr gut versteckter Naziorden deuten auf einen lange zurückliegenden Kriminalfall. Und der alte Mann spendiert nach Gutdünken immer wieder Goldrubel.
Die jungen Bewohner des alten Hauses finden die Angelegenheit spannend und wollen selber das Geheimnis lüften. Die Polizei wird nicht eingebunden. Nur sind sie untereinander nicht mehr ganz ehrlich – der sorglose fröhliche Sommer ist vorbei und die Sache läuft aus dem Ruder. Wie weit hat das Gold die Menschen in seinen Bann gezogen? Die Suche nach weiteren Goldstücken endet in einem tödlichen Schlamassel und auch die Beziehungen innerhalb der Wohngemeinschaft beginnen zu bröckeln. Der Goldschatz bringt – wir schon Jahrzehnte zuvor – kein Glück.
Ingrid Nolls schwarze Geschichten sind immer ein Garant für spannende Unterhaltung. Der harmlose Plauderton verführt dazu, nicht genau hinzusehen und plötzlich ist man mitten in einem Kriminalfall und „Mitwisser“. Die Romanfiguren sind wie Du und Ich. Und in den dunklen Seiten ihrer Seelen findet sich der Leser, oder besser gesagt, besonders in dieser Geschichte: die Leserin, oft wieder. Ihre zahlreichen Fans können sich auf entspannte Stunden und ein angenehmes Lesevergnügen mit ihrem neuesten Roman einstellen.
Renate Oppolzer

Noll, Ingrid - Goldschatz
Roman. Zürich: Diogenes 2019. 358 S. - fest geb. : € 24,70 (DR)
ISBN 978-3-257-07054-5

 

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