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Bücherschau

Nayeri, Dina - Drei sind ein Dorf

Über Heimat und Fremde

Nilou ist mit ihrer Mutter in jungen Jahren aus Persien geflüchtet und hat sich in den USA ein neues Leben aufgebaut. Sie studiert an der Yale-Universität, heiratet einen Juristen und wird eine erfolgreiche Wissenschaftlerin. Ihre Mutter Pari hingegen, eine gebildete und charmante Frau, die sich von ihrem Mann Bahman hatte scheiden lassen, hat einige Mühe, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
Bahman bleibt in Persien zurück und heiratet ein drittes Mal. Dennoch hält er Kontakt zu seiner Tochter, zu Pari und zu seinem Sohn Kian. Sieben Jahre nach der Trennung besucht er seine Familie in Oklahoma. Er ist von den Staaten begeistert, kostet die Freiheit hier voll aus und vergnügt sich. Acht Jahre später findet ein Treffen zwischen ihm und seinen Kindern in London statt. Er würde gern den Iran verlassen und bei seinen Kindern bleiben, doch er erhält kein Visum. Auch Jahre später nach Treffen in Madrid und Istanbul muss der inzwischen völlig vom Opium abhängige Bahman wieder nach Persien zurückfliegen. Mit Wehmut beobachtet Nilou den Verfall ihres Vaters.
In Amsterdam stößt sie zu einer Gruppe iranischer Flüchtlinge, die bei ihren regelmäßigen Treffen aus ihrem Leben erzählen und persische Geschichten und Gedichte vortragen. Viele sind verzweifelt, weil es kaum Hoffnung auf Asyl für sie gibt, und für Nilou ist es schmerzhaft, ihnen zuzuhören, denn es kommen Erinnerungen an ihre eigene Flucht hoch. Immer mehr spürt sie ihr Fremdsein in Holland, fühlt sich aber auch nicht mehr als Amerikanerin. Sie merkt, dass sie immer eine Fremde bleiben wird.
Auch die Autorin hatte den Iran während der Islamischen Revolution verlassen. Nun lebt sie in London und hat mit ihrem Debütroman „Ein Teelöffel Land und Meer“ einen Riesenerfolg verzeichnet. Ein berührendes Buch über Heimat und Fremde.
Traude Banndorff-Tanner

Nayeri, Dina - Drei sind ein Dorf
Hamburg: Mare 2018. 367 S. - fest geb. : € 24,70 (DR)
ISBN 978-3-86648-286-9

 

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