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Bücherschau

Nöstlinger, Christine - Ned, dasi ned gean do warat

Christine Nöstlingers letzte Dialektgedichte

Dieser Band mit Dialektgedichten von Christine Nöstlinger ist posthum erschienen und versammelt die letzten Gedichte der Ende Juni 2018 verstorbenen Kinder- und Jugendbuchautorin. Sie war nicht nur als Schriftstellerin international bekannt und erfolgreich, sie war auch eine Art österreichisches, zeithistorisches Gewissen gegen Diskriminierung und Rassismus.Ihre Dialektgedichte über die oamen Kinda, Fraun und Mauna sind legendär und ein fixer Bestandteil österreichischer Literaturgeschichte, ganz zu schweigen von den vielen Kinder- und Jugendbüchern wie „Die feuerrote Friederike“, „Geschichten vom Franz“, „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“ und viele andere mehr.
Diese letzten Dialektgedichte von Christine Nöstlinger erzählen von Sorgen, Bösartigkeiten und vom Alter. Lakonisch, tiefgründig und voller schwarzem Humor bringt sie das Wesentliche immer auf den Punkt: „Sie hod mas Heaz ausse grissn / und aufd Mistgstettn gschmissn. /
Duat pumpads jezn allanich weida / Vielleichd warats gscheida /
I schmeiss mi dazua. / Heazlose Leid gibds e scho gnua.“
Die Illustrierungen von Barbara Waldschütz ergänzen die Gedichte in passender Weise, ebenso das Vorwort von Michael Köhlmeier, der Christine Nöstlinger nie persönlich kennenlernen durfte, und das wirklich erstaunliche Nachwort von Gerhard Votava, der Christine Nöstlinger kannte und in der Verfilmung ihres autobiographischen Romans „Maikäfer flieg!“ den Vater darstellte. Schade, dass der Band gerade einmal nur 50 Seiten Gedichte enthält, aber jedes einzelne ist ebenso außerordentlich wie es Christine Nöstlinger zeitlebens war.
Rudolf Kraus

Nöstlinger, Christine - Ned, dasi ned gean do warat
Gedichte. Ill. von Barbara Waldschütz. Salzburg: Residenz 2019. 77 S. - fest geb. : € 18,00 (DL)
ISBN 978-3-7017-1715-6

 

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