Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Bücherschau

Engman, Pascal - Der Patriot

Thriller - Beklemmend bis zur letzten Seite!

Hervorragend! Ich mag diesen Krimi nicht! Spannend! Ich verabscheue diesen Krimi! Beklemmend! Ich mag ihn nicht! Beklemmend bis zur letzten Seite! Gerade heute wieder, als ich meine morgendliche Zeitungslektüre begann, sprang mir eine Meldung ins Auge, die da lautete: In Oslo konnte ein terroristischer Anschlag verhindert werden. Von muslimischen Fanatikern? Nein, von sogenannten Weißen Suprematisten. Das sind Menschen, die glauben, dass die weiße Rasse über allen anderen steht, dass Europa von Andersrassigen überschwemmt wird – ich glaube, ich muss nicht noch mehr von diesem Schwachsinn erklären. Nun, genau darum geht es in diesem Roman, der an Spannung und Beklemmung nicht zu überbieten ist.
Engman ist nicht nur ein sehr realistischer Thriller gelungen, der fast ganz ohne Polizei auskommt, es ist ihm auch gelungen, die Figuren so zu zeichnen, dass man zwischenzeitlich dazu geneigt ist, sogar Verständnis zu haben und gleich auf der nächsten Seite aber wieder voller Abscheu das Buch in die Ecke schmeißen möchte. Was mich auch so wütend gemacht hat, ist die Tatsache, dass die Sprache (ausgesprochen gute Übersetzung!) Im Roman genauso gut eine Kopie bestimmter Tweets eines unternehmerischen Präsidenten, ein Protokoll von auf Ibiza urlaubenden Politikern oder von Parteiführern der neuen Rechten in den Visegradstaaten sein könnte. Erschreckend! Es bestätigt wieder einmal, dass Gewalt mit der Sprache beginnt und dort ihren Höhepunkt findet, wo man die Opfer entmenschlicht hat.
Man kann den „Patrioten“ als spannenden Krimi lesen, es gibt jede Menge Gewalt, Action und Morde; man kann ihn aber auch als Studie des Zustandes unserer Gesellschaft lesen – beides gleich beunruhigend. Zwei Handlungsstränge (ich will aber nicht zu viel verraten): eine Gruppe rund um Carlhat es sich zur Aufgabe gemacht, die Vertreter der sogenannten Lügenpresse, die  Förderer der Einwanderung und die Unheilsbringer für das schwedische Volk auszulöschen. Handlung zwei: in Südamerika sitzt August Novak fest, weil er in Schweden verhaftet werden könnte. Er verdient sich sein Geld als Bewacher für einen Großkriminellen. Als es zu einem Verrat mit anschließendem Blutbad kommt, muss August wieder zurück nach Schweden. Er sucht den Kontakt zu seiner großen Liebe, der Journalistin Amanda.
Wie gesagt: beklemmend spannend realistisch. Pascal Engman wurde von Rechtspopulisten in seinem Beruf als Journalist bedroht, sodass er seinen Job quittieren musste. Das Ergebnis dieser Erfahrungen ist „Der Patriot“.
Mario Reinthaler

Engman, Pascal - Der Patriot
Thriller. Stuttgart: Tropen 2019. 470 S. - br. : € 16,50 (DR)
ISBN 978-3-608-50365-4

 

Artikel weiterempfehlen

© ÖGB-Verlag | Mit freundlicher Unterstützung vom Bundeskanzleramt Österreich / Kultur