Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Bücherschau

Lipsky, Herbert - Jahrgang 1936

Chronik einer Grazer Familie

Herbert Lipsky, Jahrgang 1936, ist nicht nur Primararzt (Urologe) und Universitätsprofessor in Graz. Er hat auch zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten publiziert und ist zudem Autor von humoristischen Büchern und Krimis sowie Initiator einer Ausstellungsreihe „Kunst im Spital“. Im Ruhestand hat er ein Studium der Kunstgeschichte begonnen.
Dieser verdienstvolle und kenntnisreiche Mann hat (kaum verhüllt) die Geschichte seiner Familie im 20. Jahrhundert aufgeschrieben. Es handelt sich, wie so oft in Österreich, um eine weltanschaulich höchst „gemischte“ Geschichte und es ist Lipsky zu danken, dass er sie so offen vor uns ausbreitet. Es ist übrigens auch eine Geschichte seines langsamen Abrückens von den sozialdemokratischen Kinderfreunde-Idealen seines Großvaters.
Erzählerisch ist das Werk nicht wirklich als Roman anzusprechen. Der zeitgeschichtliche Hintergrund dominiert dafür viel zu sehr, und der musste aus sekundären Quellen, etwa Büchern und Zeitungsartikeln aufgefüllt werden. Dabei sind es gerade die auf persönlicher Erfahrung beruhenden Passagen des Buches, die am meisten überzeugen. Die NS-Zeit, mit der sich Lipsky besonders intensiv befasst, hat er dagegen ja nur am Rande selbst erlebt. So klingt leider manches wie das bloße Produkt einer Nacherzählung von Berichten seriöser Nachrichtenmagazine. Hier wäre eine offen autobiografische Darstellung vielleicht sinnvoller gewesen.
Lipskys Buch beeindruckt jedenfalls durch seine Ehrlichkeit und durch die Genauigkeit, mit der das Heranwachsen eines begabten jungen Menschen im Graz der Nachkriegszeit geschildert wird. Sogar einige der beliebtesten Radiosendungen werden erwähnt, etwa „Die große Chance“ mit Maxi Böhm oder das Kriminalratespiel „Wer ist der Täter“.
Robert Schediwy

Lipsky, Herbert - Jahrgang 1936
Chronik einer Grazer Familie, Graz: Keiper 2019. 300 S. - fest geb. : € 24,00 (BB)
ISBN 978-3-903144-84-2

 

Artikel weiterempfehlen

© ÖGB-Verlag | Mit freundlicher Unterstützung vom Bundeskanzleramt Österreich / Kultur