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Bücherschau

Rauchenberger, Barbara - über Wort und warte

Gedichte

„über Wort und warte“ ist das literarische Debüt von Barbara Rauchenberger, die aber bereits über Jahre Lyrik in renommierten Literaturzeitschriften publiziert hat.
Die Autorin verwendet oftmals Zitate von Durs Grünbein, Jan Skácel, Friederike Mayröcker und etlichen anderen und strickt daraus Gedichte, die vielfach eine verknappte Sprache bieten und eher Fragen aufwerfen, als sie zu beantworten. Auch das Titelgedicht geht in diese Richtung: „Und nahm mir / über Wort und warte / kein Blatt / vor den Mund“ (S. 66). Die Mehrzahl der Gedichte ist recht kurz gehalten, sie wirken manchmal wie losgelöste Kleinkörper, die ein Eigenleben entwickelt haben und erforscht werden wollen.
Sie begeben sich in eigene Sphären und zeugen teilweise von christlicher Mystik, was augenscheinlich damit zu tun hat, dass Barbara Rauchenberger katholische Theologie studiert hat. Aber auch hier arbeitet sie mit Zitaten und flechtet daraus ganz eigenständige Gebilde, die wiederum eine eigene Mystik ausstrahlen. Die Bedeutung von Worten, von Begriffen sind ein Ansporn für die Autorin, diese immer wieder zu hinterfragen. In „Frohnatur“ (S. 59) gewährt sie einen kurzen Einblick ins lyrische Ich: „Wo dir und mir / der Schädel huscht / und ich das Däumchen überdreh“.
Barbara Rauchenberger hat ihren persönlichen Stil längst gefunden, nun gibt es die Gelegenheit, diesen in diesem Debütband nachzulesen.
Rudolf Kraus

Rauchenberger, Barbara - über Wort und warte
Gedichte. Hg. von Helwig Brunner. Graz: edition keiper, 2018.. 80 S. - br. : € 15,40 (DL)
ISBN 978-3-903144-58-3

 

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