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Bücherschau

Jessen, Julia - Die Architektur des Knotens

Konflikte einer Familie

Die Autorin lässt den Leser in einem Moment der Zerstörung einsteigen. Yvonnes beide Buben haben mühevoll eine große Stadt aufgebaut, allein mit dem Zweck, sie dann genussvoll zu zerstören.
Yvonne ist mit Jonas verheiratet, die beiden führen eine „gute“ Ehe, kümmern sich liebevoll um die beiden Kinder. Sie haben einen großen Freundeskreis, sind beide berufstätig und teilen sich die Aufgaben. Und doch fühlt sich Yvonne wie tot und sieht sich in den Legofrauen mit den starr vorgestrecken Armen. Es geht ihr schlecht, sie kann ihr Problem nicht benennen, weiß nicht, an wen sie sich wenden kann.
Als sie dann in einer Galerie das Bild „Eva hysterisch“ entdeckt, passiert etwas in ihr, sie beginnt den Schmerz wahrzunehmen und das „Unheil“ nimmt seinen Lauf. Bei einer Tauffeier lernt sie durch Zufall einen deutlich jüngeren Mann kennen, mit dem sie im Anschluss an das Fest noch in eine Bar geht. Dort hat sie auf der Herrentoilette Sex mit ihm. Als sie davon Jonas erzählt bricht alles zusammen, Yvonne zieht aus, alle hassen sie. Erst nach und nach kann nach dieser großen Katastrophe und der totalen Zerstörung etwas völlig Neues beginnen, etwas völlig Anderes.
Julia Jessen erzählt in diesem Buch schmerzhaft genau von Konflikten, in denen sich viele wiederfinden, auch wenn nur wenige sich radikal damit konfrontieren. Und sie erzählt davon, wie eine Familie wieder zusammenfindet, auch wenn es nicht mehr so ist wie es einmal war.
Manuela Kaltenegger

Jessen, Julia - Die Architektur des Knotens
Roman. München: Kunstmann 2018.
432 S. - fest geb. : € 24,70 (DR)
ISBN 978-3-95614-229-1

 

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