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Bücherschau

Feimer, Isabella - Monster

Erzählung ums Erinnern und Vergessen

„Immer gab es Licht, in jedem Moment meines Lebens, an den es sich zu erinnern lohnt, Licht zeichnete alle Konturen all der Erlebnisse, zeichnet und bezeichnet mich, Licht ist jenes Bedürfnis, das ich nicht kontrollieren will ...“ Isabella Feimers neue Erzählung ist aus der Sicht von Max, eines Fotografen erzählt, der etwas hinter sich lassen will und sich alleine auf eine Reise durch die Vereinigten Staaten begibt. Da flirrt die Luft aufgeladen von der Hitze des Tages in den endlosen Wüstenlandschaften und auch seine Gedanken, die um erotische Begegnungen, vergangene Lieben, künstlerische Ausdrucksfähigkeit kreisen und ihn durch die Einsamkeit karger Landstriche treiben.
Isabella Feimer setzt diese karge Atmosphäre sprachlich opulent mit seinen Gedanken in Szene, zügellos und oft auch mutig und gewagt, ohne Scheu vor einer Überdosis Pathos. Da wird über die Maßen sinnlich erfahren, intensiv geschmeckt, berührt und geblickt.
Für diese Intensität versucht Feimer den richtigen Ton und Rhythmus zu finden, was passagenweise auch gelingt. Vor allem wird die tragische Beziehung zu Freundin Elsa, die sich als magisch, aber auch zerstörerisch zeigt, in fragmentarischen Rückmelden erinnert und mit Reise-Beobachtungen montiert.
Es geht ums Erinnern und Vergessen gleichermaßen. Max‘ Erinnerungen an vergangene Exzesse, seinem Hang zum Destruktiven und Abgründigen lassen das titelgebende „Monster“ immer wieder kurzzeitig aufblitzen. Isabella Feimer entwickelt ihre Texte und Sprache kontinuierlich weiter. Sie scheut sich nicht, die Extreme in ihrer Sprachlust auszuleben, was das Scheitern wohl in gewisser Weise miteinkalkuliert.
Julie August

Feimer, Isabella - Monster
Erzählung. Innsbruck: Limbus 2018.
112 S. - fest geb. : € 15,00 (DR)
ISBN 978-3-9903912-9-7

 

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