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Bücherschau

Lundqvist, Ingvar Hellsing - Wie man ein Genie tötet

Einer gequälten Seele nachgefühlt

Hans Rott lebte in Wien im 19. Jahrhundert. Ein sicher begabter junger Musiker, dessen Los kaum bekannt ist. Er wurde von Anton Bruckner gefördert. Dies war zwar sehr erfreulich, half dem jungen Komponisten aber nur bedingt. Denn die finanzielle Not, die immer wie ein Damoklesschwert über Hans Rott schwebte, zerfraß den aufstrebenden Musikstudenten. Er konnte zwar als Musiklehrer und mit Erbschaften und Zuschüssen seiner Freunde sein Dasein fristen. aber die Not im Alltag färbte natürlich auf die Seele ab. Dazu kam der Konflikt mit Johannes Brahms, der Rott anfeindete. Auch die Ablehnung der Eltern seiner Angebeteten, die eine Heirat entsetzt ablehnten, setzte seinem labilen Gefühlsleben zu.
Langsam aber stetig ging es mit Hans bergab. Verbissen arbeitete er an seiner großen Symphonie, von der er sich den großen Durchbruch erhoffte. Er setzte alles auf diese eine Karte. Aber Johannes Brahms vernichtete mit einigen Sätzen alle Hoffnungen des Jungkomponisten. Er verfällt in Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und flüchtet in Wahnvorstellungen. Am 25. Juni 1880 stirbt Hans Rott nach einem längeren Aufenthalt in einer Landesirrenanstalt. Seine Symphonie wird hundert Jahre nach seinem Tod 1989 uraufgeführt und seither immer wieder gespielt. Er war zweifelsohne ein unerkanntes Genie.
Der Roman ist ein Versuch, einer gequälten Seele nach so langer Zeit nachzufühlen. Es ist die Geschichte eines jungen Menschen, der durch seine Umwelt entmutigt wird und daran zerbricht. Eine traurige Geschichte, die nicht jedermanns (-frau) Sache ist.
Renate Oppolzer

Lundqvist, Ingvar Hellsing - Wie man ein Genie tötet
Roman. Wien: Picus 2019.
309 S. - fest geb. : € 24,00 (DR)
ISBN 978-3-7117-2074-0

 

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