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Bücherschau

Baldacci, David - No Man‘s Land

Thriller

Der Beginn ist spannend, rasant, typisch Baldacci; das Ende hingegen etwas lähmend, zu vorhersehbar und unglaubwürdig. Alles in allem – ein typischer Thriller mit allen Merkmalen, wie Superheld, Superheldin, neueste Technologien, dunkle Machenschaften, Spionage, die Reichen und die Schönen und das US-Militär.
Vor dreißig Jahren ist John Pullers Mutter außer Haus gegangen und seither verschwunden. John Puller sr. ist ein einflussreicher Militär mit vielen Auszeichnungen und ausreichend Kampferfahrung. Er ist der sogenannte harte Knochen, kennt keine Gnade, auch nicht daheim. Die Ehe war nicht die beste, allerdings hätte des Generals Frau nie die Scheidung gewollt, da sie sehr katholisch war. Zur gleichen Zeit gab es fünf weitere Morde an Frauen, die bis heute ungeklärt blieben. Der General und seine beiden Söhne, Bobby und John jr., mussten also ohne Ehefrau und Mutter zurechtkommen.
John Puller sr. ist mittlerweile dement und seine Söhne arbeiten ebenfalls beim militärischen Geheimdienst. Eine Freundin der Familie ist unheilbar krank und möchte sich ihr Gewissen erleichtern. Sie schreibt einen Brief an die militärinternen Ermittler, worin sie den dementen General bezichtigt, etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun zu haben. Kurz darauf stirbt sie; die Lawine ist aber losgetreten. Um den greisen Vater zu schützen, ermittelt John jr. auf eigene Faust, was nicht ganz ungefährlich ist. Wie es scheint, wurde die Aufklärung des Verschwindens von oberster Militärstelle unterdrückt.
Erzählstrang zwei: nach zehn Jahren kommt Paul Rogers aus dem Gefängnis frei. Zehn Jahre wegen mehrfachen Mordes war seine Strafe. Paul ist kein gewöhnlicher Mann, er ist ein Ausbund an Kraft. Mit Mitte 50, einem Körper mit keinem Gramm Fett und unzähligen Narben, ist er für viele ein Opa, der den Mund zu voll nimmt. Die meisten, die sich über ihn lustig gemacht haben, leben nicht mehr. Paul Rogers kommt aus dem Gefängnis und beginnt sofort mit der Suche nach der einen Person, die sein Leben, seine Identität, einfach alles, was er war, ruiniert hat.
Die beiden Stränge verknüpfen sich langsam miteinander – spannend. Doch sobald wir als LeserInnen wissen, werwaswannwo, wird es etwas langatmig, zu vorhersehbar und dann gleitet der Roman einfach auch ins Lächerliche ab. Schade. Daraus wäre mehr zu machen gewesen, wenn dem Autor nicht selber die Ideen ausgegangen wären.
Mario Reinthaler

Baldacci, David - No Man‘s Land
Thriller. München: Heyne 2018.
526 S. - fest geb. : € 22,70 (DR)
ISBN 978-3-453-27161-6

 

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