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Bücherschau

Würger, Takis - Stella

Gelesen von Valery Tscheplanowa und Robert Stadlober

Es ist eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht, die Geschichte einer Liebe im Jahr 1942. Friedrich kommt aus gut behütetem Haus vom Genfer See nach Berlin, ein stiller Mann auf der Suche nach der Wahrheit. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in ihre Nächte in geheime Jazzclubs und Spelunken. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Peitschenstriemen im Gesicht: „Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt.“ Kristin ist nicht ihr richtiger Name. Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Sie soll, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren.
Es geht um Stella Goldschlag (1922–1994), sie war eine jüdische Kollaborateurin, die andere Juden, die als U-Boote in Berlin lebten, als  eine „Greiferin“ an die Gestapo verriet.
Mit ihren blonden Haaren und blauen Augen erschien sie den Nazis als Idealbesetzung. Goldschlag wollte ihre Eltern schützen und erklärte sich erst nach einem Fluchtversuch mit anschließender Folterung bereit. Und das Unerklärliche daran: Auch nachdem ihre Eltern schlussendlich doch deportiert und ermordet worden waren, machte sie weiter. 1946 wurde sie von einem sowjetischen Militärtribunal wegen Spitzeltätigkeit zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt. Im Alter von 72 Jahren stürzte sie sich aus dem Fenster ihrer Freiburger Wohnung in den Tod.
Takis Würger erzählt diese Geschichte über Angst und Hoffnung – und über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe. Valery Tscheplanowa und Robert Stadlober lesen sie äußerst spannend und beeindruckend.
Simon Berger

Würger, Takis - Stella
Gelesen von Valery Tscheplanowa und Robert Stadlober. Random House Audio 2019. 4 CDs, Laufzeit: ca. 5h 3. € 22,50
ISBN 978-3-8371-4643-1

 

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