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Bücherschau

Merritt, Stephanie - Bevor es dunkel wird

Zoe will auf einer schottischen Insel Ruhe und zu sich selbst finden

Gleich zur Handlung: Zoe (Amerikanerin) verlässt Mann und Sohn, um auf einer schottischen Insel Ruhe und vor allem wieder sich selbst zu finden. Die Ehe ist eher schlecht und somit passt ihr das Angebot, ein frisch renoviertes, alleinstehendes Haus in der schottischen Einöde zu mieten. Dieses Haus hat eine Geschichte und die Einwohner der nahegelegenen Kleinstadt erzählen nur unter vorgehaltener Hand davon. Wenn da nicht ein Buchhändler wäre, der scheinbar mehr über dieses Haus weiß.
Zoe lässt sich von ihm die Geschichte einer Frau mit Kind erzählen, die auf tragische Weise umgekommen sind. Und schon in der ersten Nacht vermeint Zoe, einen sehr berührenden Gesang in den Gängen des Hauses zu hören. Und dann noch die sehr real-wirkenden Albträume, die sie vollends verstören. Das liegt am Meer und somit ist im September die Verlockung noch recht groß, einmal einfach so einzutauchen, völlig vergessend, dass es sehr gefährliche Strömungen in Küstennähe gibt. Zoe ist nahe am Ertrinken, wird jedoch vom jungen, feschen Dorflehrer gerettet. Als die beiden sich dann im Haus wieder trocken legen, kommen sie sich etwas näher. Auf einmal ein Krach und ein Ziegel löst sich im Kamin. Als sie nachschauen, was denn genau passiert sein könnte, finden sie einen losen Ziegel und dahinter das Tagebuch der Dame des Hauses. Der Spuk beginnt erst jetzt so richtig …
Also, als Grundgerüst für eine spannende Geschichte würde sich die Ausgangslage ja eignen, aber, die Leser und Leserinnen mögen mir verzeihen, hier wird mit zu vielen Klischees und Plattitüden gearbeitet, eine Prise „50 Shades of Grey“ dazu gegeben und das übliche Landbevölkerungsgeheimnis als Draufgabe. Für mich funktioniert diese Geschichte auf keiner Ebene, die Figuren sind einfach zu eindimensional, es ist die Handlung vorhersehbar und die Titelheldin Zoe ist einfach nur eine blöde Ziege (man möge mir verzeihen), die keinerlei Sympathien weckt. Dass es in einem alten englischen/schottischen Haus spukt, geh bitte! Dass die Ahnfrau durch die Hallen zieht, aber geh! Dass sich Gegenstände verändern, na schau! Ich habe nicht einmal dieses wohlige Gruseln verspürt, im Gegenteil, ich habe mir nur gedacht, wann beginnt die Geschichte endlich. Und feuchte Träume einer spießigen Amerikanerin können mich jedenfalls nicht aus der Reserve locken. Sehr schal, wie amerikanischer Kaffee.
Mario Reinthaler

Merritt, Stephanie - Bevor es dunkel wird
Roman. Reinbek: Blanvalet 2018.
479 S. br. : € 15,50 (DR)
ISBN 978-3-7645-0660-5

 

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