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Bücherschau

Streibel, Robert / Herrmann, Bernhard - Der Wein des Vergessens

Dokumentation einer besonderen „Arisierung“

Es ist eine bekannte Tatsache, dass manche „Arisierungen“ auf den Versuch hinausliefen, durch den mehr oder weniger scheinhaften Verkauf von Firmen oder sonstigen Vermögensobjekten an Treuhänder den rechtmäßigen Eigentümern ihre Besitztümer bis zum Ende der NS-Herrschaft zu sichern. Man versuchte zumeist, für diese schwierige und gefährliche Aufgabe eingeheiratete „arische“ Familienmitglieder oder loyale Kompagnons beziehungsweise Mitarbeiter zu gewinnen. Der jüdische Weinhändler Paul Robitschek, der Eigentümer der Riede Sandgrube in Krems, versuchte, das berühmte Weingut an seinen homosexuellen Geschäftspartner und Liebhaber August Rieger zu verkaufen. Das war natürlich gar nicht im Sinne der örtlichen NS-Machthaber.
Franz Aigner, der Obmann der neugegründeten Winzergenossenschaft Krems, versuchte das Weingut in die Winzergenossenschaft einzubeziehen. Die stadtbekannte intime Beziehung von Robitschek und Rieger erleichterte Aigners Bemühungen, Rieger auszubooten. Rieger wurde auch mehrfach verhaftet. Dem nach 1945 aus Caracas zurückgekehrten Robitschek gelang es nicht, sein Eigentum restituiert zu erhalten Auch Rieger wurde nur eine minimale Entschädigung zugesprochen.
Dem Volksbildner Robert Streibel, einem gebürtigen Kremser und dem Historiker Bernhard Herrmann ist ein eindrucksvolles Buch gelungen. Obwohl als Roman erschienen, ist das Buch eine Dokumentation höchst unerfreulicher realer Zustände.
Robert Schediwy

Streibel, Robert / Herrmann, Bernhard - Der Wein des Vergessens
Salzburg: Residenz 2018.
251 S. - fest geb. : € 24,00 (GE)
ISBN 978-3-7017-1696-8

 

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