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Bücherschau

Heinrichs, Hans-Jürgen - Fremdheit

Geschichten und Geschichte der großen Aufgabe unserer Gegenwart

Vorweg eine Klarstellung: Menschen wegen ihrer Sprache, Hautfarbe oder wegen ihrer kulturellen Eigenart abzulehnen oder gar zu hassen ist selbstverständlich entschieden abzulehnen. Andererseits: echte Probleme, die mit plötzlicher und starker Zuwanderung verbunden sind, zu ignorieren oder mit leeren Phrasen und moralisierenden Appellen zu übertünchen ist gefährlich und kontraproduktiv.
Hans-Jürgen Heinrichs, Jahrgang 1945, Ethnologe mit starken Beziehungen zu Frankreich, dürfte mit seinem neuesten Buch bei vielen leichte Irritationen hervorrufen. Was soll man beispielsweise mit Sätzen wie dem folgenden anfangen: „Zur Welt kommen, heißt sich unfassbarer Fremdheit ausgesetzt zu sehen“. Und was ist von „Bildern, die Erinnerungen versteinern lassen“ zu halten? Oder wird sich irgendjemand, der Angst vor dem politisierten Islam hat, davon beeindrucken lassen, dass Heinrichs von einer „vermeintlichen“ Invasion der Fremdgläubigen spricht?
Interessant sind freilich die eingestreuten Reiseerfahrungen des Schriftstellers. Hier bleibt allerdings zuweilen ein Nachgeschmack von allzu eitler Verschmocktheit.
Robert Schediwy

Heinrichs, Hans-Jürgen - Fremdheit
Geschichten und Geschichte der großen Aufgabe unserer Gegenwart. München: Kunstmann 2019. 240 S. - fest geb. : € 22,70 (PI)
ISBN 978-3-95614-290-1

 

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