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Bücherschau

Gamillscheg, Marie - Alles was glänzt

Was macht das Leben in einer Bergbauregion mit den Menschen?

„Wer durch den Ort geht, der weiß: Hier passiert etwas. Oder eher: Hier ist etwas passiert. Man grüßt sich nicht auf der Straße. Der rote Knopf ist kaputt. Seit der Journalist hier war, kommen keine Touristen mehr, und der rote Knopf im Schaubergwerk wird nicht repariert.“ Marie Gamillschegs hat in ihrem Debütroman eine sehr gute Idee in eine gute Geschichte verwandelt. Der Erzabbau in der Steiermark, genauer im steirischen Eisenerz, Gamillschegs stammt gebürtig aus Graz, ist das Szenario dieses gelungenen Erstlings. Dreh – und Angelpunkt ist der mysteriöse Tod eines gewissen Martins, der in den Serpentinen mit seinem Auto zu Tode kommt oder sich zu Tode bringt. Was macht das Leben in einer Bergbauregion mit der Landschaft und ihren Menschen. Was geschieht mit denen die hineingeboren werden und denen die neu dazukommen?
Gamillscheg zeigt anhand der Schwester der Freundin des Verstorbenen, Teresa, der Dorfwirtin Susa, ihres Stammgastes und ehemaligen Kumpels Wenisch sowie des neu zuziehenden Regionalmanagers Merih, die verschiedenen Sichtweisen auf das Geschehen und auch das Geschehene. Tristesse und Eintönigkeit bestimmen das Szenenbild, der Glanz des abgebauten Siderits hat kaum noch Leuchtkraft und hat doch das Leben über viele Jahrhunderte bestimmt. Die Spannung und die mysteriöse Stimmung, die diese Erzählung vorantreiben, schafft Gamillscheg durch einen Kunstgriff: ein tiefer Spalt lädt seine Bewohner darüber spekulieren, ob der Berg nicht bald nachgibt und in sich zusammenfällt.
Literarisches Wissen, sorgfältige Recherche über Geographie und Mineralkunde und genaue Beobachtungsgabe tragen zum Gelingen dieses außergewöhnlichen Debüts bei.
Julie August

Gamillscheg, Marie - Alles was glänzt
Roman. München: Luchterhand 2018. 224 S. - fest geb. : € 18,50 (DR)
ISBN 978-3-630-87561-3

 

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