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Bücherschau

Lugbauer, Eva - Und am Ende stehlen wir Zitronen

Aus dem Leben der „Frau Isa“

Isa Erlinger ist Kindergartentante. Sie ist ja eigentlich aus Oberfichten, wohnt aber jetzt in Unterfichten, weil da auch ihr Freund Martin wohnt. Sie ist zu ihm gezogen, weil sie ja dann irgendwann einmal heiraten und Kinder bekommen werden. Und dafür wollen sie jetzt ein Haus bauen. Das heißt, Martin will – Isa will nicht so recht. Eigentlich wollte sie ja ins Ausland gehen, aber das macht man mit neunzehn, Isa wird in ein paar Tagen sechsundzwanzig. Da ist man erwachsen und heiratet, baut ein Haus, gründet eine Familie.
Kurz vor ihrem Geburtstag trifft Isa am Heimweg von einem Polterabend am See eine unbekannte Frau, die mit einem Rucksack auf „ihrer“ Bank sitzt. Isa will ein wenig Ruhe haben und auf ihrer Bank sitzen, nachdenken, und jetzt das. Aber man kommt halt doch ins Gespräch und Isa erfährt, dass im Leben der Frau so einiges schief gelaufen ist. Man raucht eine Zigarette zusammen, und auch noch eine weitere, dann geht Isa aber lieber nach Hause, bevor sie selbst dran wäre, etwas von sich zu erzählen.
Am nächsten Morgen erfährt Isa, dass es sich bei der Frau um die Haller Hilda gehandelt hat, und die hat sich umgebracht – ist einfach ins Wasser gegangen. Schockierend, Isa macht sich Vorwürfe, aber wer hätte denn das ahnen können. Kurz darauf lernt sie vor dem Haus der Haller Hilda eine junge Frau kennen. Es ist Zora, die Nichte der Haller Hilda. Spontan beschließt Isa, Zora beim Räumen und Ausmisten des Hallerschen Haushaltes zu helfen, was zur Folge hat, dass der Konsum an weißem Spritzwein in Unterfichten enorm ansteigende Tendenzen zeigt. Zora sagt, dass Isa sehr ihrer Kusine Lou ähnelt – rein optisch. Lou war sechsundzwanzig, als sie starb, ein Freigeist, immer wieder auf Reisen, unterwegs in Europa, Gelegenheitsjobs, wollte ein Buch schreiben. Isa sagt, sie versauert in diesem Bauernkaff. Alle anderen sagen, sie hat ja alles – einen guten Job, einen lieben Freund, eine Zukunft. Aber Isa hat immer mehr Zweifel, ob das das Leben ist, was sie sich für ihre Zukunft vorstellt.
Eva Lugbauer erzählt mit einer gehörigen Portion Ironie aus dem Leben der „Frau Isa“, wie die sich selbst in der Geschichte nennt. Es ist vielleicht nicht so sehr die Handlung, sondern die Sprache und die Art des Erzählens, die den Leser an das Buch fesselt. Man möchte mit Frau Isa einfach gerne einmal einen weißen Spritzwein trinken – mit Zitrone, bitte.
Sabine Diamant

Lugbauer, Eva - Und am Ende stehlen wir Zitronen
Roman. Wien: Wortreich 2018. 247 S. - br. : € 14,90 (DR)
ISBN 978-3-903091-41-2

 

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