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Bücherschau

Torkler, Christian - Der Platz an der Sonne

Tristesse im zerbombten Berlin

Josua Brenner kennt das triste Leben der Bevölkerung im zerbombten Berlin. Er ist ja ein Teil davon. Er will sich jedoch mit diesen Lebensumständen nicht abgeben und versucht sich eine halbwegs gesicherte Existenz zu schaffen. Einen geordneten Arbeitsplatz, eine Familie, einen kleinen Sohn und nicht zuletzt versucht er in mehreren Anläufen eine Geschäftsidee zu verwirklichen.
Josua scheitert aber in jedem Falle. Er zerbricht völlig an der wirtschaftlichen Situation, an der herrschenden Politik mit ihren bürokratischen Auswüchsen, an der Grundhaltung der Menschen an sich und nicht zuletzt zerbricht auch seine Familie. Der kleine Sohn erkrankt und stirbt und seine Frau, die er liebt, setzt die Trennung durch. Josua kennt nur einen Ausweg: Die Flucht aus dieser Misere! Er versucht, allerdings vergeblich, unter ungeheuren Wagnissen und unter riesigen Problemen irgendwo auf der Welt einen Platz an der Sonne zu ergattern. Knapp am Ziel angelangt, scheitert er neuerlich.
Christian Torkler spricht mit diesem überaus spannend geschriebenen Roman gerade uns heutige „Sicherheitsdenker“ besonders an. Mit Josua Brenner hat er ein aktuelles Symbol kreiert, welches uns die Schattenseite der Werteordnung dieser Welt aufzeigt. Es gilt zu hoffen, dass die Botschaft dieses Romans auch so verstanden wird. Es wäre nämlich schade, dieses Buch als puren Unterhaltungsroman abzutun.
Adalbert Melichar

Torkler, Christian - Der Platz an der Sonne
Roman. Stuttgart: Klett-Cotta 2018. 591 S. - fest geb. : € 25,80 (DR)
ISBN 978-3-608-96290-1

 

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