Bücherschau

Schneider, Bernward - Der Teufel des Westens

Ein Krimi in nationalsozialistischer Zeit

Bernward Schneider, der bereits mit seinen Berlin Krimis „Endstation Reichskanzlei“ und „Berlin Potsdamer Platz“ sich ein breites Leserpublikum erworben und für Furore gesorgt hat, präsentiert mit „Der Teufel des Westens“ seinen vierten Roman mit dem Anwalt Eugen Goltz.
Auch dieser Roman spielt in der nationalsozialistischen Zeit, Hitler ist an der Macht. Man schreibt das Jahr 1936. Der Anwalt Eugen Goltz hilft der Tänzerin Leni Ravenov, einen toten Angehörigen der russischen Botschaft zu beseitigen, den Leni in ihrer Wohnung erschossen aufgefunden hat. Zwar gelingt das Wegschaffen der Leiche, doch Leni, die Tänzerin im „Mandarin“, einer Bar des Berliner Westens, ist, steht bereits im Visier diverser Agenten, die von der schönen Irene Varo geleitet werden, einer Frau ohne Skrupel und Moral.
Nachdem Leni Ravenov spurlos verschwindet, macht sich Goltz auf die Suche nach seiner Freundin und verstrickt sich immer mehr in den Fangnetzen von Irene Varo und ihren Mordgesellen. So wird er gezwungen, bei der Räumung des Wohnhauses eines reichen Juden mitzumachen, die mit der Ermordung des Juden durch Schergen der Staatspolizei endet. Schließlich findet er Lenis Spur in einem unheimlichen Haus am Spittelmarkt, in dem er einst selbst in der Nacht des Reichstagsbrandes Schreckliches erlebt hat.
Bernward Schneider recherchiert genau und ist ein Kenner des Zeitgeschehens. So entsteht ein gut aufgebauter historischer Kriminalroman, der in seiner düsteren Stimmung nicht zu überbieten ist. Er zeigt aber auch, wie leicht damals ehrenwerte und angesehene Bürger zu Handlangern des Bösen wurden. Ein unbedingt lesenswerter Kriminalroman aus einer finsteren Epoche!
Peter Lauda

Schneider, Bernward - Der Teufel des Westens
Kriminalroman. Meßkirch: Gmeiner 2017. 311 S. - br. : € 13,40 (DR)
ISBN 978-3-8392-2074-0

 

Artikel weiterempfehlen

© ÖGB-Verlag | Mit freundlicher Unterstützung vom Bundeskanzleramt Österreich / Kultur