Bücherschau

Rankin, Ian - Ein kalter Ort zum Sterben

Ein Jahrzehnte zurückliegender Mord

Ian Rankin ist einer der erfolgreichsten und beliebtesten Krimiautoren Großbritanniens, der auch bei uns viele Fans hat. Sein Kommissar John Rebus, Hauptfigur in 21 Kriminalromanen, ermittelte zum ersten Mal 1987. Nun ist er in Pension, kann es aber noch immer nicht lassen, alte, unaufgeklärte Fälle nachzubehandeln, um vielleicht doch noch den Täter zu ermitteln. Dass er dabei zum Rauchen aufgehört hat, ist für ihn ein Problem.
In „Ein kalter Ort zum Sterben“ lässt ihm ein Jahrzehnte zurückliegender Mord an einer Bankiersgattin keine Ruhe. Die Frau war in ihrem Zimmer im Caledonian Hotel erwürgt worden, wo sie ihren Liebhaber erwartet hatte. Dass John Rebus durch seine Ermittlungsarbeit das Finanzwesen, aber auch die Rivalitäten in der Edinburgher Unterwelt in helle Aufregung bringt, wo sein ehemaliger Gegenspieler Gerald Cafferty wieder das Sagen hat, ist nur Beiprogramm. So setzt ein hurtiges Rachegehaben ein!
Der neueste Roman von Ian Rankin ist nicht nur ein Verwirrspiel für John Rebus, sondern auch eine schwierige Aufgabe für den Leser, der erst auf den letzten Seiten des Romans den wahren Durchblick erhält. Zwar ist dem Helden John Rebus die Sympathie des Lesers gewiss, doch wünscht man sich bisweilen mehr Spannung und weniger Verwirrung, mehr Zielstrebigkeit und weniger Verzettelung. Dass Rebus auch im Ermittlungsapparat Feinde hat, zeigt sich bald, doch DI Siobhan Clarke ist immer auf seiner Seite.
So ist der mürrische John Rebus, der Single Malt und Rolling-Stones-Platten mag, immer wieder ein Garant für anspruchsvolle und unterhaltsame Krimis, auch wenn einer einmal nicht das hält, was man üblicherweise von einem John Rebus-Krimi erwartet!
Peter Lauda

Rankin, Ian - Ein kalter Ort zum Sterben
Kriminalroman. München: Goldmann 2017. 475 S. - fest geb., € 20,60 (DR)
ISBN 978-3-442-31461-4
Aus dem Engl. von Conny Lösch

 

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