Bücherschau

Pavese, Cesare - Der Mond und die Feuer

Die Auswanderung aus dem armen Italien

Cesare Pavese ist wohl einer der bedeutendste Vertreter der modernen italienischen Literatur. Nun liegt sein Roman „Der Mond und die Feuer“ in einer Neuübersetzung von Maja Pflug vor. Es handelt sich hier um einen Roman, der bereits 1950 Furore gemacht hat, in dem Jahr, in dem Pavese durch Selbstmord aus dem Leben geschieden ist.
Die Thematik der Romans ist die Auswanderung aus dem armen Italien nach dem Zweiten Weltkrieg und die spätere Heimkehr. Nun leidet jedoch das Gefühl der Verwurzelung in der Heimat durch die Enttäuschung über die Veränderung der Realität.
Piemont, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Erzähler, der als angenommenes Kind, das bei einer Bauernfamilie aufgewachsen ist, war Ende der 20er Jahre nach Amerika aufgebrochen, um dort sein Glück zu machen. Da auch in Amerika nicht alles so leicht zu erreichen ist, kehrt er nach zwanzig Jahren in sein Dorf zurück. Mit Nuto, seinem Freund, gräbt er Erinnerungen aus und arbeitet die Vergangenheit auf. Vieles hat sich verändert. Landstriche wurden gerodet, Bauernhöfe niedergebrannt, Partisanen erschossen, die der Militärmacht Widerstand leisten wollten. Die Realität ist anders als der Heimkehrer es sich erwartet hat.
Cesare Pavese ist wahrlich ein Meister seines Faches. Mit lyrischer Sprache zaubert er ein Bild aus vergangenen Zeiten, lässt die Schönheit auferstehen und wieder untergehen. Die Stimmigkeit der Sprache berührt die Seele des Lesers und führt ihn in eine fernab fremde Welt. Ein wunderbares Buch von Verwurzelung und Entwurzelung, von einer Sehnsucht nach einem einfachen Leben. Eine wahre Perle der Weltliteratur!
Peter Lauda

Pavese, Cesare - Der Mond und die Feuer
Roman. Zürich: Edition Blau 2016. 200 S. - fest geb. : € 24,70 (DR)
ISBN 978-3-85869-715-8
Aus dem Ital. von Maja Pflug

 

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