Bücherschau

Meemken, Heiner - Der vergessene Tag

Ein überaus spannender Polizeiermittlungskrimi

Der Fall, der neu aufgerollt wird, ist längst verjährt. Und dennoch nimmt sich die junge Kommissarin Eva Simon des Falles an. Am 7. August 1983 feiern eine Gruppe Jugendlicher, fünf Burschen und ein Mädchen, ausgelassen bei einem Zeltfest. Alkohol fließt in Strömen. Als sie von diesem aufbrechen, legen sie noch an einem nahen Fußballplatz einen Stopp ein. Dort kommt es zu einem argen Zwischenfall mit tödlichen Folgen.
Doch was wirklich vorgefallen ist, ist in manchen Gehirnen durch den Alkoholnebel verdrängt worden. Als am nächsten Tag das 17-jährige Mädchen der Gruppe tot neben dem Fußballfeld aufgefunden wird, kommt auf die honorigen Eltern der Burschen eine harte Zeit zu. Die Ermittlungen werden beeinflusst, der Tod des Mädchens wird als Unfall dargestellt. Nach 30 Jahren erweisen sich die neu aufgenommen Untersuchungen als überaus schwierig. Dem erfahrenen Kriminalbeamten Frank Joachim wird Eva Simon zur Seite gestellt. Doch die ehrenwerte Gesellschaft mauert. Allen voran Ferdinand de Fries. Erst als der inzwischen erwachsene Bruder des toten Mädchens Herbert Voss einen Rachefeldzug startet, eskaliert der Fall.
„Der vergessene Tag“ ist ein überaus spannender Polizeiermittlungskrimi, der die mühevolle Kleinarbeit, die frustrierenden Erstvernehmungen, in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Erst nach und nach dringen die Ermittler in die Tiefen der streng bürgerlichen Gemeinde vor. Heiner Meemken ist unter verschiedenen Pseudonymen erfolgreich tätig. Dies ist sein erster Roman bei Gmeiner und unbedingt empfehlenswert!
Peter Lauda

Meemken, Heiner - Der vergessene Tag
Kriminalroman. Meßkirch: Gmeiner 2017. 310 S. - br. : € 13,40 (DR)
ISBN 978-3-8392-2037-5

 

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